BU-Urteilsdatenbank

Urteile zur Berufsunfähigkeitsversicherung

238 Gerichtsentscheidungen zur BU, darunter 50 des Bundesgerichtshofs. Durchsuchbar nach Thema, Erkrankung und Beruf, jeweils mit verständlicher Zusammenfassung und Link zum Volltext beim Gericht.

  • 238 Urteile und Beschlüsse
  • 50 vom Bundesgerichtshof
  • 126 von Oberlandesgerichten
  • 93 ganz oder teilweise für Versicherte

238 Urteile

LG Krefeld · Urteil vom · 2 O 54/23

Hausfrau mit schwerer Depression ist berufsunfähig

Auch die Haushaltsführung kann der versicherte Beruf sein. Eine Hausfrau mit schwerer Depression erhielt BU-Rente und Beitragsbefreiung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Psychische Erkrankung
  • Hausfrau

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 13 U 49/24

Nachversicherung zahlt, wenn die BU erst nach der Erhöhung eintritt

Tritt die bedingungsgemäße BU erst nach Beginn einer Nachversicherung ein, ist auch die erhöhte Rente zu zahlen, trotz früherer Leistungsunfähigkeit.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankung
  • Angststörung
  • Bauingenieur

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 1/22

Verspätete BU-Rente: Versicherer muss Progressionsschaden ersetzen

Zahlt der BU-Versicherer im Verzug mehrere Renten auf einmal nach, muss er die dadurch höhere Einkommensteuer (Progressionsschaden) ersetzen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Arthrose
  • Bautechniker

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 27/25

Kfz-Mechatroniker auf Disponentenjob beim selben Arbeitgeber verweisbar

Wer nach Wiedereingliederung beim gleichen Arbeitgeber zu gleichem Lohn eine angepasste Tätigkeit ausübt, kann konkret verwiesen werden.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Kfz-Mechatroniker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 33/21

BU-Rente bis zur konkreten Verweisung auf neuen Verwaltungsjob

Der Versicherer musste trotz Rücktritt und Anfechtung jahrelang BU-Rente zahlen; ab der neuen Tätigkeit im öffentlichen Dienst endete der Anspruch.

  • Teilweise erfolgreich
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Rückenleiden
  • Depression
  • Produktionshelfer

LG Köln · Urteil vom · 26 O 404/20

Depression ja, BU nein: Leistungseinbuße von 50 % nicht bewiesen

Trotz Depression und Therapien scheiterte die BU-Klage: Der Gutachter konnte keine mindestens 50-prozentige Einschränkung im Beruf feststellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Tinnitus

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 7/24

Leistungseinstellung nach Knie-OP wirksam: Gesundheit hatte sich gebessert

Der Versicherer durfte die BU-Rente nach Nachprüfung einstellen. Die Einstellungsmitteilung war nachvollziehbar, das alte Anerkenntnis nicht vorschnell.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung

BGH · Urteil vom · IV ZR 437/22

BU-Tarif mit Fitness-Programm: Überschussklauseln sind unwirksam

Klauseln, die die Überschussbeteiligung einer BU an den Status in einem Gesundheitsprogramm knüpfen, sind hier intransparent bzw. unangemessen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Weitere Rechtsfragen

BGH · Beschluss vom · IV ZR 189/23

BGH: Keine überzogenen Anforderungen an die Tätigkeitsbeschreibung

Gerichte dürfen BU-Klagen nicht allein daran scheitern lassen, dass eine Beispielswoche nicht exakt bewiesen ist. Zeugenangaben zum Berufsbild zählen mit.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankung
  • Kommunikationsdesigner

BGH · Beschluss vom · IV ZR 131/23

BGH: Psychische Beschwerden müssen mitbegutachtet werden

Ein Gericht darf eine BU-Klage nicht nur auf ein orthopädisches Gutachten stützen, wenn der Versicherte auch psychische Beschwerden vorgetragen hat.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Chronische Schmerzen
  • Depression
  • Produktionsarbeiter

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 37/23

Depression abgeklungen: Leistungseinstellung im laufenden Prozess wirksam

Ein Versicherer darf eine zeitweise bestehende BU im Prozess beenden, wenn ein Gutachten zeigt, dass die Leistungsfähigkeit wieder über 50 % liegt.

  • Teilweise erfolgreich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 179/24

BU zu spät gemeldet: Rente für die Vergangenheit verloren

Wer länger als sechs Monate krankgeschrieben ist, muss an eine BU denken. Wird die 12-Monats-Frist verpasst, entfallen Leistungen für die Vergangenheit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf

BGH · Beschluss vom · IV ZB 34/23

Berufung im BU-Streit zu Unrecht als unzulässig verworfen

Das OLG durfte die Berufung eines Lkw-Fahrers im BU-Prozess nicht als unzulässig verwerfen. Seine Begründung griff alle tragenden Gründe an.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gutachten und Beweis
  • Weitere Rechtsfragen
  • Thrombose
  • Berufskraftfahrer

BGH · Beschluss vom · IV ZR 125/23

Schweißer mit Augenleiden: Gericht muss Vortrag zum Raubbau prüfen

Berufsunfähig kann auch sein, wer nur unter Raubbau an der Gesundheit weiterarbeiten könnte. Gerichte dürfen solchen Vortrag nicht übergehen.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Augenerkrankung
  • Schweißer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 369/22

Rückwirkend befristetes Anerkenntnis gilt als unbefristet

Erkennt der Versicherer die BU an und befristet sie zugleich rückwirkend, ist die Befristung grundsätzlich unwirksam. Die Rente ist weiterzuzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Pflegekraft

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 18/22

Altenpflegerin: zweite Leistungseinstellung nach Knie-OP ist wirksam

Nach einer gescheiterten ersten Einstellung durfte der Versicherer die BU-Rente einer Altenpflegerin nach neuer Begutachtung einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung
  • Chronische Schmerzen
  • Pflegekraft

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 206/23

Hausarzt ersetzt kein Gutachten; Anerkenntnis bindet nicht zur Höhe

Der Hausarzt kann nicht als Zeuge gegen ein Gerichtsgutachten antreten. Ein Anerkenntnis bindet den Versicherer nur dem Grunde nach, nicht zur Rentenhöhe.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung
  • Chronische Schmerzen

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 13 U 53/23

Falschauskunft des Maklers zur BUZ: Ohne Schaden kein Ersatz

Ein Makler gab falsch an, die BU-Zusatzversicherung sei nach Beitragsfreistellung erloschen. Schadensersatz scheiterte, weil kein Schaden dargelegt war.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Weitere Rechtsfragen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Depression
  • Jurist

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 371/22

Grundschullehrerin mit Chronischem Fatigue-Syndrom ist berufsunfähig

Eine Lehrerin mit CFS bekam ihre BU-Rente zugesprochen. Der Versicherer durfte ihr Berufsbild nicht pauschal mit Nichtwissen bestreiten.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Lehrer

BGH · Urteil vom · IV ZR 58/22

Dienstunfähigkeitsklausel: Ruhestandsbescheid allein reicht nicht

Bei dieser Dienstunfähigkeitsklausel darf der Versicherer die Dienstunfähigkeit selbst prüfen. Wer die Untersuchung verweigert, bekommt vorerst nichts.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankung
  • Bürgermeister

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 412/21

Wechsel der Dienstunfähigkeitsversicherung: Keine Haftung des Vermittlers

Eine Lehrerin verlor ihren DU-Schutz nach einem Versicherungswechsel wegen verschwiegener Behandlungen. Den Vermittler traf keine Haftung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Rückenleiden
  • Lehrer

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 88/20

Selbständiger Versicherungsvermittler mit Depression zeitweise BU

Ein selbständiger Versicherungsfachmann mit Depression erhielt BU-Rente und Beitragsbefreiung – allerdings nur bis Mai 2022.

  • Teilweise erfolgreich
  • Psychische Erkrankungen
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 15/21

Versicherer darf Berufsbild aus eigener Leistungsprüfung nicht bestreiten

Altenpflegerin mit Fußleiden erst ab Oktober 2020 berufsunfähig. Selbst geprüftes Berufsbild darf der Versicherer nicht mit Nichtwissen bestreiten.

  • Teilweise erfolgreich
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Hallux valgus
  • Arthrose
  • Pflegekraft

LG Detmold · Urteil vom · 2 O 299/20

Lehrerin mit Chronischem Fatigue-Syndrom ist berufsunfähig

Das Gericht sprach einer an CFS erkrankten Lehrerin nach gerichtlichem Gutachten BU-Rente, Beitragsrückzahlung und Überschussbeteiligung zu.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Lehrer

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 238/22

Verweisung nach Nachprüfung trotz bereits ausgeübtem Umschulungsberuf

Verschweigt der Versicherte beim Anerkenntnis Infos zum neuen Gehalt, kann der Versicherer später auf den schon ausgeübten neuen Beruf verweisen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Unfallverletzung
  • Produktionsmitarbeiter

LG Düsseldorf · Urteil vom · 9 O 577/20

BU-Ansprüche verjährt: BaFin-Beschwerde hemmt die Verjährung nicht

Nach klarer Leistungsablehnung beginnt die Verjährung. Eine Beschwerde bei der BaFin stoppt sie nicht – die Klage eines Wertpapierhändlers kam zu spät.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Psychische Erkrankungen
  • Burnout
  • Depression
  • Wertpapierhändler

LG Bielefeld · Urteil vom · 7 O 259/16

Krankenschwester verliert: Gutachten fanden Aggravation statt Befunde

Lassen Gutachter wegen auffälliger Testergebnisse keine verlässliche Bewertung der Leistungsfähigkeit zu, scheitert die BU-Klage trotz vieler Beschwerden.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Herzerkrankung
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Pflegekraft

BGH · Urteil vom · IV ZR 223/21

Rückwirkend befristetes Anerkenntnis unwirksam: Rente bis zur Einstellung

Der BU-Versicherer darf ein Anerkenntnis nicht rückwirkend befristen. Er muss zahlen, bis eine wirksame Einstellungsmitteilung greift.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Synkope (Kreislaufkollaps)
  • Werksleiter

BGH · Urteil vom · IV ZR 101/20

Kein rückwirkend befristetes Anerkenntnis für abgeschlossenen Zeitraum

Der BGH: Ein befristetes Anerkenntnis darf nicht rückwirkend für eine beendete BU-Phase erklärt werden. Leistungen laufen länger weiter.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Bandscheibenvorfall
  • Medizinischer Fachangestellter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 84/189

Leistungseinstellung scheitert: Versicherer bewies keine Besserung

Bei der Nachprüfung muss der Versicherer eine gesundheitliche Besserung voll beweisen. Bleibt sie unklar, muss er weiter BU-Rente zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Gutachten und Beweis
  • Schwindel
  • Angststörung
  • Bankkaufmann

LG Arnsberg · Urteil vom · 1 O 452/20

Bäcker mit Bäckerasthma auf Finanzamtsjob verweisbar

Ein Einkommensminus von rund 21 % und fehlende Aufstiegschancen reichten nicht, um die konkrete Verweisung auf eine Stelle im Finanzamt zu verhindern.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Asthma
  • Bäcker

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 287/20

Verschwiegene Krankschreibung wegen Belastung: Anfechtung wirksam

Eine kurz vor Antrag verschwiegene Krankschreibung wegen akuter Belastungsreaktion führte zur wirksamen Arglistanfechtung des BU-Vertrags.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Bandscheibenvorfall
  • Psychische Erkrankung
  • Produktionshelfer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 67/21

Versicherungsvermittler mit schwerer Depression ist berufsunfähig

Ein Versicherungsvermittler mit schwerer Depression erhält BU-Renten aus vier Verträgen – allerdings erst ab dem Zeitpunkt, ab dem die BU bewiesen ist.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 187/21

Verspätete BU-Meldung: Ankündigung künftiger BU reicht nicht

Wer dem Versicherer nur eine mögliche künftige BU ankündigt, hat die BU nicht mitgeteilt. Leistungen gibt es dann erst ab dem Monat der echten Meldung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 50/18

Mangelhaftes Gutachten: Depressionsklage scheitert in zweiter Instanz

Das OLG hob eine BU-Verurteilung auf: Das erste psychiatrische Gutachten war methodisch ungenügend, das neue Gutachten ließ Zweifel offen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Außendienstmitarbeiter

BGH · Urteil vom · IV ZR 153/20

Nachversicherung: Wann genau tritt die Berufsunfähigkeit ein?

Der BGH stellt klar: Je nach Klausel beginnt die BU erst nach sechs Monaten. Das kann über eine erhöhte Rente aus einer Nachversicherung entscheiden.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Unfallverletzung

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 106/21

Zu späte BU-Meldung: Ausschlussfrist in den Bedingungen ist wirksam

Eine Klausel, die Leistungen bei verspäteter Anzeige der BU begrenzt, ist wirksam. Krankheit entschuldigt die Verspätung nur bei konkretem Vortrag.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankung

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 22/21

Akzeptierter Leistungsausschluss für Wirbelsäule gilt rückwirkend

Wer nach einer Anzeigepflichtverletzung einen Leistungsausschluss akzeptiert, verliert BU-Leistungen für Rückenleiden auch rückwirkend.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Rückenleiden
  • Unfallverletzung
  • Metallbauer

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 59/19

Sechs Monate Krankschreibung allein begründen noch keine BU

Laut OLG Düsseldorf ersetzt eine sechsmonatige Arbeitsunfähigkeit nicht die genaue Darlegung des Berufs und der gesundheitlichen Einschränkungen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Allergie
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Betriebswirt

BGH · Beschluss vom · IV ZR 88/20

Zahntechnikermeister: Büroarbeit sinkt mit der Handarbeit – Vortrag genügt

Der BGH: Gerichte dürfen die Darlegungslast nicht überspannen. Hängen Nebentätigkeiten von der Hauptarbeit ab, reicht dieser Vortrag zur BU aus.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Bandscheibenvorfall
  • Zahntechniker

LG Münster · Urteil vom · 115 O 150/20

Corona-Risiko allein begründet keine Berufsunfähigkeit

Wer nur vorsorglich aus Angst vor einer Covid-19-Infektion nicht arbeitet, ist nicht berufsunfähig. Die BU ist keine Vorbeuge-Versicherung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Lungenrundherde
  • Bankangestellter

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 22/21

Rückwirkender Wirbelsäulenausschluss: Keine Rente bei Rückenleiden

Wer nach Anzeigepflichtverletzung einem Leistungsausschluss für die Wirbelsäule zustimmt, erhält für degenerative Rückenleiden keine BU-Rente.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Rückenleiden
  • Chronische Schmerzen

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 259/19

Kaufmännische Angestellte mit Panikstörung erhält volle BU-Rente

Das LG Aachen sprach einer psychisch erkrankten Angestellten BU-Rente und Beitragsbefreiung zu, obwohl sie eine Zusatztestung verweigert hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Angststörung
  • Depression
  • Bürokaufmann

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 29/20

Dachdecker nach Umschulung zum Kaufmann: Leistungseinstellung wirksam

Übt ein früherer Dachdecker nach Umschulung eine vergleichbare kaufmännische Tätigkeit aus, darf der Versicherer die BU-Rente einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 411/19

Anfechtung wirksam: Behandlung wegen Belastungsreaktion verschwiegen

Das LG Aachen hielt die Arglistanfechtung einer BU-Versicherung für wirksam. Der Versicherte hatte eine laufende psychische Behandlung nicht angegeben.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Bandscheibenvorfall
  • Psychische Erkrankung
  • Produktionshelfer

BGH · Urteil vom · IV ZR 275/19

BUZ-Beitrag muss im Policenmodell nicht gesondert ausgewiesen werden

Bei Lebensversicherung mit BU-Zusatzversicherung musste der BUZ-Anteil der Prämie nicht getrennt ausgewiesen werden. Der späte Widerspruch war verfristet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Weitere Rechtsfragen

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 37/20

Vertragsumstellung: Gesundheitsfragen müssen neu beantwortet werden

Wer bei der Umstellung eines Vertrags mit BU-Zusatz die Gesundheitsfragen einfach wie früher verneint, riskiert den Rücktritt des Versicherers.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung

BGH · Beschluss vom · IV ZR 220/19

Widersprechende Gutachten zur Nachprüfung: Gericht muss weiter aufklären

Hält das Gericht ein Gerichtsgutachten wegen eines Privatgutachtens für unzureichend, muss es ein weiteres Gutachten einholen statt selbst zu entscheiden.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankung
  • Selbständiger Marktleiter

LG Bonn · Urteil vom · 4 O 55/19

Dachdecker nach Umschulung: BU-Rente endet bei gleichem Gehalt

Ein Dachdecker schulte zum Kaufmann um und verdiente danach mehr. Der Versicherer durfte die BU-Rente nach Nachprüfung einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

BGH · Urteil vom · IV ZR 65/19

Ohne Änderungsmitteilung keine Leistungsfreiheit – auch ohne Anerkenntnis

Fällt die Berufsunfähigkeit später weg, muss der Versicherer dies grundsätzlich formgerecht mitteilen, selbst wenn er nie anerkannt hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Geschäftsführer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 110/19

Klage scheitert: Tätigkeitsbeschreibung zu vage, BU-Grad nicht bewiesen

Eine Merchandiserin verlor ihre BU-Klage, weil sie ihre Tätigkeit nicht konkret genug beschrieb und 50 % Berufsunfähigkeit nicht bewiesen waren.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Schlaganfall
  • Nierenerkrankung
  • Merchandiser

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 18/19

Verschwiegene Psychotherapie: Arglistanfechtung durch Versicherer wirksam

Wer kurz vor Antragstellung psychiatrisch behandelt wird und dies verschweigt, riskiert die Anfechtung. Auch Fehler des Maklers werden zugerechnet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Psychische Erkrankung
  • Schneider

BGH · Urteil vom · IV ZR 235/18

Befristetes Anerkenntnis ohne Begründung ist nicht wirksam befristet

Der Versicherer darf ein Anerkenntnis nur mit sachlichem Grund befristen und muss die Befristung gegenüber dem Versicherten begründen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Selbständiger IT-Dienstleister

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 247/18

Keine Vertragsanpassung, wenn Versicherter die Vorerkrankung nicht kannte

Der BGH stellt klar: Was der Versicherte bei Antragstellung nicht wusste, muss er nicht angeben – auch nicht bei fahrlässiger Unkenntnis.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Unfallverletzung

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 30/19

Auch vorgetäuschte Arztbesuche müssen im BU-Antrag stehen

Arztbesuche wegen Rückenschmerzen sind anzugeben, selbst wenn die Beschwerden nur für eine Krankschreibung vorgetäuscht waren.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Schulterleiden
  • Rückenleiden
  • Maler und Lackierer

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 82/19

Verschwiegener Amphetaminkonsum: Anfechtung der BU wirksam

Wer die Frage nach Drogenkonsum trotz gelegentlicher Amphetamin-Einnahme verneint, verliert den BU-Schutz durch Arglistanfechtung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Bipolare Störung
  • Depression
  • Maschinenführer

BGH · Urteil vom · IV ZR 19/18

Einkommensvergleich bei Verweisung: Altes Gehalt wird nicht hochgerechnet

Beim Einkommensvergleich zur Verweisung zählt grundsätzlich das tatsächlich erzielte Einkommen vor der BU, ohne Hochrechnung auf heutige Löhne.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Bandscheibenvorfall
  • Dachdecker

LG Köln · Urteil vom · 12 O 20/19

Keine BU-Rente allein aus Leistungs- und Servicegarantie

Wer jahrelang keinen BU-Antrag stellt, kann sich später nicht auf die Feststellung des Krankentagegeldversicherers berufen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Psychische Erkrankung
  • Vermögensberater

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 132/17

Arglistanfechtung: Urteil aufgehoben, Datenerhebung muss geprüft werden

Urteil zur Arglistanfechtung eines BU-Vertrags aufgehoben. Zu prüfen ist auch, ob der Versicherer die erhobenen Gesundheitsdaten nutzen darf.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Posttraumatische Belastungsstörung

LG Bielefeld · Urteil vom · 8 O 181/15

Dekorateurin: Mehrere Leiden ergeben zusammen keine 50 % BU

Drei Gutachter sahen bei einer Schauwerbegestalterin je nur geringe Einschränkungen. Auch prägende Tätigkeiten blieben möglich – Klage abgewiesen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Handverletzung
  • Rückenleiden
  • Dekorateur

BGH · Urteil vom · IV ZR 90/18

BU-Stammrecht kann auch nach der VVG-Reform verjähren

Nicht nur einzelne Rentenzahlungen, sondern der gesamte BU-Anspruch aus einem Versicherungsfall kann verjähren – auch nach neuem VVG.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verjährung
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Unfallverletzung

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 124/18

Rente läuft weiter, bis der Versicherer die Besserung formgerecht mitteilt

Auch ohne Anerkenntnis muss der Versicherer den Wegfall der BU durch eine ordnungsgemäße Änderungsmitteilung geltend machen – bis dahin zahlt er.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • IT-Systemadministrator

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 180/16

Verschwiegener Drogenkonsum: BU-Vertrag wirksam angefochten

Wer die Frage nach Drogenkonsum verneint, obwohl er regelmäßig Amphetamine nahm, verliert den BU-Schutz durch Arglistanfechtung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Suchterkrankung

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 126/18

Krankenschwester verschweigt Rückenbeschwerden: Arglistanfechtung wirksam

Wer kurz vor Antragstellung behandelte Rückenbeschwerden mit Krankschreibung verschweigt, kann den BU-Vertrag durch Arglistanfechtung verlieren.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Rückenleiden
  • Pflegekraft

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 182/17

Korallenzucht neben dem Job war Hobby, kein mitversicherter Beruf

Eine Nebentätigkeit zählt nur zum versicherten Beruf, wenn sie schon der Lebensgrundlage dient. Pläne für einen Berufswechsel sind nicht versichert.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Knieverletzung
  • Unfallverletzung
  • Diplom-Ingenieur

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 39/18

Chronisches Schmerzsyndrom kann BU begründen, auch ohne Messbefund

Ein chronisches Schmerzsyndrom ist eine versicherte Krankheit. Ein Kfz-Servicemitarbeiter erhielt BU-Rente, obwohl Schmerzen nicht messbar sind.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Chronische Schmerzen
  • Kfz-Servicemitarbeiter

OLG Köln · Hinweisbeschluss vom · 20 U 98/18

Zu spät gemeldet: Keine rückwirkende BU-Rente nach langer Krankschreibung

Wer länger als sechs Monate krankgeschrieben ist, muss eine mögliche BU melden. Sonst kann die Rente für zurückliegende Monate entfallen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Augenerkrankung
  • Suchterkrankung
  • Steuerfachangestellter

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 410/17

Gekündigte BU-Versicherung: Keine Rente bei späterer Erkrankung

Eine eindeutig erklärte Kündigung beendet den BU-Vertrag endgültig; Leistungen für eine spätere Berufsunfähigkeit gibt es dann nicht mehr.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Weitere Rechtsfragen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Psychische Erkrankung
  • Depression
  • Unternehmensberater

OLG Düsseldorf · Hinweisbeschluss vom · 24 U 4/18

Dachdecker darf auf ausgeübten Beruf als Rettungsassistent verwiesen werden

Verdient der frühere Dachdecker als Rettungsassistent nur gut 5 % weniger, ist die konkrete Verweisung zulässig und die BU-Rente endet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Dachdecker

LG Paderborn · Urteil vom · 3 O 215/18

Kein Schadensersatz vom Vermittler bei vagen Angaben zu Vorerkrankungen

Wer den Vermittler wegen angefochtener BU haftbar machen will, muss konkret darlegen, welche Vorerkrankungen er ihm genannt hat. Vermutungen reichen nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Augenerkrankung

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 90/14

Auszubildende ist berufsunfähig: Berufsbild folgt der Ausbildungsordnung

Bei Azubis bestimmt die Ausbildungsordnung das Berufsbild. Eine angehende Mechatronikerin mit Ehlers-Danlos-Syndrom erhält ihre BU-Rente.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Ehlers-Danlos-Syndrom
  • Auszubildender Mechatroniker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 178/16

Betriebsschlosser mit Rückenleiden: Verweisung auf Hausmeister scheitert

Kann der Versicherte auch den Verweisungsberuf gesundheitlich nicht ausüben, ist er berufsunfähig. Hier scheiterte die Verweisung auf Hausmeister.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Betriebsschlosser

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 75/17

Unternehmerin mit schwerer Depression nach Insolvenz ist berufsunfähig

Eine schwere Depression nach der Insolvenz der eigenen Firma kann zur BU führen – auch wenn der Gutachter des Versicherers widerspricht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Selbständige und Umorganisation
  • Depression
  • Geschäftsführerin

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 10/15

Chemikalien-Überempfindlichkeit (MCS) ohne Krankheitsnachweis: keine BU

Wer nur befürchtet, krank zu werden, ist nicht berufsunfähig. Die Krankheit muss objektiv nachgewiesen sein – bei MCS gelang das hier nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Multiple Chemikaliensensitivität (MCS)
  • Bürokaufmann

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 110/16

Migräne in Schüben: Keine BU ohne ununterbrochene Beeinträchtigung

Laut OLG Düsseldorf begründen episodische Migräneanfälle keine BU, wenn die Bedingungen ein ununterbrochenes Außerstandesein verlangen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Migräne
  • Depression
  • Pflegekraft

LG Essen · Urteil vom · 18 O 100/16

Kfz-Mechaniker mit chronischem Schmerzsyndrom ist berufsunfähig

Auch nicht messbare Schmerzen können zur Berufsunfähigkeit führen, wenn ein Gutachter sie anhand von Befunden und Behandlungsverlauf für glaubhaft hält.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Chronische Schmerzen
  • Rückenleiden
  • Kfz-Mechaniker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 33/17

Verweisung scheitert: Maßstab ist der angestrebte Beruf als Rechtspfleger

Wer in der Ausbildung erkrankt, wird am angestrebten Beruf gemessen – hier Rechtspfleger statt technischer Zeichner.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankung
  • Rechtspfleger

BGH · Urteil vom · IV ZR 11/16

Höheres Gehalt allein rechtfertigt keine Verweisung

Auch bei höherem Einkommen darf der neue Beruf nicht deutlich unter der früheren Qualifikation liegen. Der BGH verwies den Fall eines Hufschmieds zurück.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Rückenleiden
  • Schulterleiden
  • Hufschmied

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 6 U 92/17

Busfahrer muss beweisen, dass BU erst nach Vertragsbeginn eintrat

Wer schon vor Vertragsbeginn berufsunfähig gewesen sein könnte, muss das Gegenteil beweisen. Ein Busfahrer mit PTBS scheiterte daran.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Depression
  • Berufskraftfahrer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 194/16

Leistungseinstellung unwirksam: Versicherer muss Besserung voll beweisen

Nach einem Anerkenntnis muss der BU-Versicherer die Gesundheitsbesserung voll beweisen – auch bei psychischen Erkrankungen. Die Rente läuft weiter.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Unternehmensberater

LG Siegen · Urteil vom · 1 O 213/16

Rücktritt wirksam: Vorerkrankungen bei Gesundheitsfragen alle verneint

Wer bekannte Erkrankungen nicht angibt und sich auf den Vermittler beruft, muss genau darlegen, was er ihm gesagt hat – sonst ist der Rücktritt wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Essstörung
  • Psychische Erkrankung

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 96/17

Leistungseinstellung unwirksam: Gutachten nur geschwärzt übersandt

Stützt der BU-Versicherer eine Leistungseinstellung auf ein Gutachten, muss er es ungeschwärzt übersenden. Sonst ist die Einstellung unwirksam.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression

LG Düsseldorf · Urteil vom · 9 O 30/17

Rechtsschutz für BU-Klage auch bei Selbständigen im Privatbereich gedeckt

Auch für Selbständige ist ein Streit um BU-Leistungen dem privaten Bereich zuzuordnen. Der Rechtsschutzversicherer muss die Klage decken.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Selbständige und Umorganisation
  • Augenerkrankung
  • Selbständiger Drucker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 129/16

Schlaganfall nach Vertragsschluss: Verschwiegene Rückenleiden kosten BU

Wer bekannte Wirbelsäulen- und Kniebeschwerden im Antrag verneint, riskiert die Arglistanfechtung – auch wenn die spätere BU andere Ursachen hat.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Schlaganfall
  • Bandscheibenvorfall

BGH · Urteil vom · IV ZR 535/15

BU-Grad: Untrennbare Teiltätigkeiten dürfen nicht isoliert bewertet werden

Kann eine Hauswirtschafterin den schweren Großeinkauf nicht mehr bewältigen, zählt nicht nur dessen Zeitanteil. Der BGH verwies den Fall zurück.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Rückenleiden
  • Chronische Schmerzen
  • Hauswirtschafterin

BGH · Urteil vom · IV ZR 121/15

Pauschale Schweigepflichtentbindung: Arglistanfechtung muss geprüft werden

Der Versicherer darf keine pauschale Schweigepflichtentbindung verlangen. Bei unzulässiger Datenerhebung kann die Anfechtung treuwidrig sein.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankung
  • Knieverletzung
  • Postzusteller

LG Wuppertal · Urteil vom · 5 O 242/15

Arglistanfechtung wirksam: Krankschreibungen beim Antrag verschwiegen

Wer wochenlange Krankschreibungen verschweigt, aber eine harmlose Erkältung angibt, handelt laut Gericht arglistig. Der BU-Vertrag ist nichtig.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychose
  • Rückenleiden
  • Selbständiger Onlinehändler

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 355/14

Busfahrer mit PTBS: BU muss nach Vertragsbeginn eingetreten sein

Der Versicherte war als Busfahrer berufsunfähig, konnte aber nicht beweisen, dass die BU erst nach Versicherungsbeginn eintrat. Klage abgewiesen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Depression
  • Berufskraftfahrer

BGH · Beschluss vom · IV ZR 510/15

Rücktritt: Gericht muss auf Kausalitätsgegenbeweis hinweisen

Ein verschwiegenes Leiden führt nur zur Leistungsfreiheit, wenn es für die BU ursächlich ist. Darauf muss das Gericht hinweisen.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankung
  • Unfallverletzung

LG Münster · Urteil vom · 115 O 123/12

Geschäftsführerin mit Depression: Vier BU-Versicherer müssen zahlen

Eine Geschäftsführerin, die wegen Depressionen berufsunfähig wurde, erhält BU-Renten und Beitragsfreiheit aus vier Zusatzversicherungen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Depression
  • Geschäftsführer

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 218/16

Arglistanfechtung: Arbeitslosigkeit verschwiegen und Einkommen falsch

Wer bei Antragstellung einen Beruf statt der Arbeitslosigkeit angibt und die Einkommensfrage falsch beantwortet, riskiert die Anfechtung wegen Arglist.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Bandscheibenvorfall
  • Selbständiger

BGH · Urteil vom · IV ZR 289/14

Keine Schweigepflichtentbindung zur Antragsprüfung: Rente nicht fällig

Der Versicherer darf im Leistungsfall prüfen, ob Gesundheitsfragen richtig beantwortet wurden. Wer jede Mitwirkung verweigert, erhält vorerst nichts.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Burnout
  • Bezirksleiter Bausparkasse

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 280/15

Befristete Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung über Nachteile treuwidrig

Bietet der Versicherer eine befristete Kulanzleistung an, ohne die Nachteile zu erklären, kann er sich nicht darauf berufen und muss nachprüfen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Einzelhandelskaufmann

LG Münster · Urteil vom · 115 O 133/16

Konkrete Verweisung: Technischer Zeichner wahrt Lebensstellung

Ein früherer Rechtspflegeranwärter mit Psychose wurde zu Recht auf seine neue Arbeit als Technischer Zeichner verwiesen, weil er dort mehr verdient.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychose
  • Depression
  • Rechtspfleger

BGH · Urteil vom · IV ZR 527/15

Verweisungstätigkeit endet: Versicherer muss wieder zahlen

Endet die Tätigkeit, auf die der Versicherer verwiesen hat, lebt die Leistungspflicht wieder auf, wenn der alte Beruf weiterhin nicht möglich ist.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Arthrose
  • Schulterleiden
  • Arzt

BGH · Urteil vom · IV ZR 434/15

Mehr Freizeit gleicht geringeres Einkommen bei Verweisung nicht aus

Der BGH stellt klar: Bei der Nachprüfung dürfen mehr Freizeit und weniger Belastung eine Einkommenseinbuße nicht aufwiegen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Bandscheibenvorfall
  • Pflegekraft

BGH · Beschluss vom · IV ZR 502/15

Verweisung von Selbständigen auf Angestelltenjob ist möglich

Der Wechsel von selbständiger zu angestellter Tätigkeit schließt eine Verweisung nicht automatisch aus. Neue Fähigkeiten zählen auch schon im Prozess.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Knieverletzung
  • Handelsvertreter

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 262/15

Klage scheitert: Keine Beschreibung des zuletzt ausgeübten Berufs

Wer BU-Rente einklagt, muss seinen letzten Beruf detailliert beschreiben. Ein Anerkenntnis zu einem anderen Vertrag ersetzt das nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankung

OLG Hamm · Urteil vom · 6 U 222/15

Konkrete Verweisung: Expedient wahrt Lebensstellung eines Werkstattleiters

Ein stellvertretender Werkstattleiter durfte auf seine neue, gleich bezahlte Stelle als Expedient verwiesen werden – trotz späterem Jobverlust.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Divertikulitis
  • Werkstattleiter

BGH · Urteil vom · IV ZR 431/14

Fehlt Klausel im Versicherungsschein, gilt der günstigere Schein

Weicht der Versicherungsschein zugunsten der Versicherten vom Antrag ab, gilt der Schein. Eine nur im Antrag stehende Klausel gilt nicht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Weitere Rechtsfragen
  • Bandscheibenvorfall
  • Auszubildender

LG Duisburg · Urteil vom · 10 O 49/14

Dialyse-Krankenschwester mit schwerer Migräne ist berufsunfähig

Häufige Migräneattacken machten eine Dialyse-Krankenschwester berufsunfähig. Objektive Befunde sind für den Nachweis nicht zwingend erforderlich.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Migräne
  • Depression
  • Pflegekraft

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 170/09

Fehlende Mitwirkung kostet Jahre an BU-Rente: Zahlung erst ab Nachholung

Wer die geforderten Unterlagen und Schweigepflichtentbindungen jahrelang verweigert, bekommt die BU-Rente erst ab dem Monat der Mitwirkung.

  • Teilweise erfolgreich
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Fibromyalgie
  • Chronische Schmerzen
  • Steuerfachangestellter

OLG Köln · Beschluss vom · 20 W 44/15

Prozesskostenhilfe für BU-Klage: Berufsbild nicht überfordern

Prozesskostenhilfe für eine BU-Klage darf nicht an überzogenen Anforderungen an die Berufsbeschreibung scheitern. Rücktritt ist keine Ablehnung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Verjährung

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 210/14

Beamtenklausel: Ruhestandsversetzung belegt BU unwiderleglich

Wird ein Beamter wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit pensioniert, muss der BU-Versicherer nach der Beamtenklausel ohne eigene Prüfung zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Postbeamter

LG Arnsberg · Urteil vom · 2 O 26/13

Bestatter mit Depression und Zwangsstörung ist berufsunfähig

Ein selbständiger Bestatter, der wegen psychischer Erkrankungen keinen Kontakt zu Kunden und Verstorbenen mehr haben kann, erhält die volle BU-Rente.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Angststörung
  • Bestatter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 9/14

Ausbildungsleiterin mit Depression erhält BU-Rente (fingierte BU)

Wer sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 % berufsunfähig war, gilt nach den Bedingungen als berufsunfähig – auch ohne Dauerprognose.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Burnout
  • Lehrer

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 187/15

Berufssoldat mit PTBS: Keine Verweisung auf befristeten Hochschuljob

Eine befristete Teilzeitstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter entspricht nicht der Lebensstellung eines Berufssoldaten – die BU-Rente läuft weiter.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Berufssoldat

BGH · Urteil vom · IV ZR 277/14

Arglistanfechtung nach mehr als zehn Jahren ist ausgeschlossen

Der BGH stellte klar: Eine Arglistanfechtung des Versicherers ist nach zehn Jahren ab Vertragsschluss verfristet (§ 124 Abs. 3 BGB).

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Parkinson
  • Gehirntumor

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 191/15

Verschwiegenes Antidepressivum: BU-Vertrag wirksam angefochten

Wer die Einnahme eines Antidepressivums und eine Migräne verschweigt, verliert den BU-Schutz – auch wenn später eine ganz andere Erkrankung zur BU führt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Migräne

OLG Hamm · Urteil vom · 26 U 40/14

Rücktritt wirksam: Verdacht auf MS im Antrag verschwiegen

Wer im BU-Antrag alle Gesundheitsfragen verneint, obwohl Vorerkrankungen bestanden, verliert trotz späterer Berufsunfähigkeit den Leistungsanspruch.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Multiple Sklerose
  • Psychische Erkrankung
  • Fahrzeugdisponent

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 332/13

Ohne gezielte Schweigepflichtentbindung wird BU-Rente nicht fällig

Der Versicherer darf auch Vorerkrankungen vor Vertragsschluss prüfen. Wer die gezielte Schweigepflichtentbindung verweigert, wartet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 413/14

Ex-Soldat mit PTBS: Verweisung auf befristete Uni-Stelle unwirksam

Nach Umschulung erworbene Fähigkeiten zählen nur, wenn die Bedingungen das vorsehen. Eine befristete Stelle trägt keine Verweisung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Soldat

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 275/11

Straßenbahnfahrer mit psychischer Erkrankung erhält BU-Rente weiter

Befristete Kulanzvereinbarung schiebt den Prüfzeitpunkt nicht hinaus; der Versicherer konnte das Ende der Berufsunfähigkeit nicht beweisen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Rückenleiden
  • Straßenbahnfahrer

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 162/14

Keine Tätigkeitsbeschreibung eingereicht: Leistungen für drei Jahre weg

Wer dem Versicherer trotz Aufforderung keine konkrete Beschreibung seines Berufs liefert, riskiert laut OLG Köln Leistungsfreiheit für diesen Zeitraum.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Psychische Erkrankung
  • Mechaniker

OLG Hamm · Urteil vom · 26 U 153/13

Fehlende Arztunterlagen: BU-Leistung wird nicht fällig

Legt der Versicherte angeforderte Patientenunterlagen nicht vor, ist der BU-Anspruch nicht fällig. Zudem hielt das Gericht den Rücktritt für wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Lungenerkrankung
  • Psychische Erkrankung
  • Stanzer

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 124/14

Unzulässig befristetes Anerkenntnis gilt als unbefristet

Befristet der Versicherer sein Anerkenntnis ohne Grundlage in den Bedingungen, muss er dauerhaft zahlen. Die Dynamik ruht im Leistungsfall.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Bauleiter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 86/14

BU-Versicherer an Feststellung des Krankentagegeldversicherers gebunden

Hat der Krankentagegeldversicherer im Konzernverbund Berufsunfähigkeit festgestellt, muss der BU-Versicherer laut Servicegarantie nahtlos zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankung
  • Rückenleiden
  • Vermögensberater

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 104/13

Kfz-Meister: Landgericht muss Beweis über Berufsunfähigkeit erheben

Das OLG hob ein klageabweisendes Urteil auf: Über Berufsbild und Erkrankungen eines Kfz-Meisters muss Beweis erhoben werden.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gutachten und Beweis
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Chronische Schmerzen
  • Depression
  • Kfz-Meister

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 62/14

Auszubildende wirksam auf Ausbildung zur Bürokauffrau verwiesen

Eine Ausbildungsklausel erlaubt die abstrakte Verweisung in den ersten Ausbildungsjahren, auch wenn sie im Versicherungsschein nicht aufgeführt ist.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Weitere Rechtsfragen
  • Auszubildender

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 207/13

Bratschistin verschwieg Schulterbeschwerden: Arglistanfechtung wirksam

Eine Orchestermusikerin verlor ihren BU-Schutz, weil Schulterbeschwerden im Antrag fehlten. Falsche Angaben des Maklers werden ihr zugerechnet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Schulterleiden
  • Musiker

LG Köln · Urteil vom · 26 O 543/13

Fehlende Tätigkeitsbeschreibung kostet Jahre an BU-Rente

Wer trotz Mahnungen keine genaue Tätigkeitsbeschreibung und Arztberichte einreicht, verliert Ansprüche für diese Zeit wegen Mitwirkungspflichtverletzung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Schwindel
  • Elektrolysemechaniker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 82/12

Verkäufer scheitert: Gutachten sieht Aggravation statt BU

Das OLG Hamm verneinte die BU eines Verkäufers nach psychiatrischem Gutachten. Testunterlagen des Gutachters musste es nicht herausgeben lassen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Verkäufer

LG Köln · Urteil vom · 20 O 296/12

Rechtsschutz zahlt Anwalt im BU-Streit schon vor förmlicher Ablehnung

Bietet der BU-Versicherer weniger an als beansprucht, liegt schon ein Rechtsschutzfall vor – die Rechtsschutzversicherung trägt die Anwaltskosten.

  • Teilweise erfolgreich
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich

LG Köln · Urteil vom · 26 O 283/07

Vermögensberater: Psychische BU nicht bewiesen, Klage abgewiesen

Ein selbständiger Vermögensberater konnte Depression und Panikstörung nicht objektiv belegen. Das Gericht verneinte die Berufsunfähigkeit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Vermögensberater

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 202/13

Auszubildende mit Bandscheibenvorfall auf andere Ausbildung verwiesen

Eine Klausel im Antragsformular erlaubte, Azubis auf andere Ausbildungen zu verweisen. Die Klage einer Azubi mit Bandscheibenvorfall scheiterte.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Weitere Rechtsfragen
  • Bandscheibenvorfall
  • Auszubildender

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 249/13

Versicherer hätte anerkennen müssen: Fiktives Anerkenntnis sichert Rente

Lehnt der Versicherer trotz eigener Unterlagen zu Unrecht ab, wird das gebotene Anerkenntnis fingiert – er zahlt bis zu einer ordnungsgemäßen Nachprüfung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Burnout
  • Arzthelferin

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 26/11

Nachuntersuchung versäumt: Versicherer ist leistungsfrei

Wer einer Nachuntersuchung fernbleibt und sich nicht um Ersatztermine bemüht, verliert grob fahrlässig seine BU-Rente für diesen Zeitraum.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Schwerhörigkeit
  • Tinnitus

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 81/12

Klage scheitert an zu pauschaler Tätigkeitsbeschreibung

Ein Kfz-Meister verlor, weil er weder seinen Arbeitsalltag noch die Folgen seiner Erkrankungen für den Beruf konkret darlegte.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Chronische Schmerzen
  • Depression
  • Kfz-Meister

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 11/10

BU-Rente endet mit vereinbartem Ablauf der Zusatzversicherung

Laut OLG Hamm endet eine laufende BU-Rente mit dem vereinbarten Ablauf der BUZ, auch wenn die Lebensversicherung länger laufen sollte.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Weitere Rechtsfragen
  • Gutachten und Beweis
  • Selbständiger

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 15/11

Rücktritt wirksam, aber BU-Rente wegen fehlender Kausalität geschuldet

Ein Rücktritt nach Eintritt des Versicherungsfalls lässt die Leistungspflicht bestehen, wenn die verschwiegenen Leiden nichts mit der BU zu tun haben.

  • Teilweise erfolgreich
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Buchhalter

OLG Hamm · Urteil vom · I-20 U 23/12

Multiple Sklerose: Vage Nachfragen des Versicherers stoppen Klage nicht

Hat der Versicherte alle Fragen beantwortet, darf der Versicherer die Leistung nicht mit vagen Nachforderungen hinauszögern. Die BU-Rente wird fällig.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Multiple Sklerose
  • Selbständiger Handwerker

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 1/12

Krankenschwester verschwieg Rücken- und Psychobehandlung: Vertrag nichtig

Wer bei Antragstellung Rückenbeschwerden und Psychotherapie verschweigt, riskiert die Anfechtung wegen Arglist und verliert den BU-Schutz.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Multiple Sklerose
  • Rückenleiden
  • Pflegekraft

BGH · Beschluss vom · IV ZR 224/10

BGH: Ende der BUZ bedeutet nicht automatisch Ende der Rente

Der BGH hob ein Urteil zur Laufzeit einer BU-Rente wegen eines Gehörsverstoßes auf und deutete an, dass Versicherungs- und Leistungsdauer abweichen können.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Weitere Rechtsfragen
  • Gutachten und Beweis

LG Bonn · Urteil vom · 9 O 60/12

Observation durch den BU-Versicherer bei Anfangsverdacht zulässig

Ein BU-Versicherer darf einen Versicherten beruflich observieren und fotografieren, wenn konkrete Anhaltspunkte gegen die Berufsunfähigkeit sprechen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Unfallverletzung
  • Depression
  • Geschäftsführer

OLG Hamm · Beschluss vom · I-20 W 11/12

Feststellungsklage gegen Rücktritt zulässig, auch ohne Leistungsklage

Versicherte dürfen isoliert feststellen lassen, dass ihr BU-Vertrag trotz Rücktritt oder Anfechtung fortbesteht – auch wenn Leistungsklage möglich wäre.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Weitere Rechtsfragen

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 383/11

Rechtsschutz: Keine Deckung, wenn BU-Antrag vor Versicherungsbeginn lag

Wirft der BU-Versicherer Täuschung bei Antragstellung vor, zählt dieser Zeitpunkt. Lag er vor dem Rechtsschutzvertrag, gibt es keine Deckung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 209/11

Makler verschweigt Vorerkrankung: Arglist wird der Versicherten zugerechnet

Laut OLG Köln muss sich eine Versicherte die Arglist ihres Maklers zurechnen lassen, der bekannte Vorerkrankungen nicht in den Antrag eintrug.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Handverletzung
  • Knieverletzung
  • Bürokaufmann

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 94/11

Gericht darf Anforderungen an die Tätigkeitsbeschreibung nicht überspannen

Für eine BU-Klage reicht eine nachvollziehbare Beschreibung des Arbeitsalltags; bei Kleinbetrieben liegt eine zumutbare Umorganisation eher fern.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Transportunternehmer

BGH · Urteil vom · IV ZR 287/10

Einkommensvergleich bei Verweisung: Arbeitslosengeld I zählt mit

Beim Einkommensvergleich für eine konkrete Verweisung kann saisonales Arbeitslosengeld I mitzählen. Ob brutto oder netto, hängt vom Einzelfall ab.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Unfallverletzung
  • Maler

BGH · Urteil vom · IV ZR 143/10

Klagefrist gewahrt: Prozesskostenhilfe-Beschwerde darf Monatsfrist nutzen

Laut BGH darf eine Versicherte für die Beschwerde gegen abgelehnte Prozesskostenhilfe die volle Monatsfrist nutzen, ohne die Klagefrist zu verlieren.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verjährung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Angststörung
  • Erzieher

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · I-20 U 166/11

Rechtsschutz für BU-Klage trotz Rückübertragung vom Sozialamt

Geht der BU-Anspruch auf das Sozialamt über und wird später zurückübertragen, muss die Rechtsschutzversicherung die BU-Klage trotzdem decken.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 43/11

Rücktritt unwirksam bei Bagatellerkrankungen, aber keine BU

Belanglose, rasch abgeklungene Beschwerden müssen nicht angegeben werden. Der Vertrag besteht fort, eine Berufsunfähigkeit war aber nicht bewiesen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Selbständiger Einzelhändler

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 127/10

Ex-Handballprofi nicht auf Job als Wirtschaftsingenieur verweisbar

Die Leistungseinstellung nach Nachprüfung war unwirksam: Die neue Tätigkeit wahrte die frühere Lebensstellung des Berufssportlers nicht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Handverletzung
  • Profisportler

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 64/11

Rechtsschutz muss auch Klage auf künftige BU-Rente decken

Die Rechtsschutzversicherung darf die Deckung nicht auf rückständige BU-Renten beschränken. Auch die Feststellung künftiger Leistungen ist zu versichern.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Angststörung

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 168/10

Gericht darf Anforderungen an Tätigkeitsbeschreibung nicht überspannen

Ein Schreinermeister erhält eine neue Chance: Das Landgericht hatte zu hohe Anforderungen an seine Berufsschilderung gestellt.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Psychische Erkrankung
  • Schreinermeister

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 144/10

Rücktritt: Angaben gegenüber dem Vermittler müssen geprüft werden

Das OLG Düsseldorf hob ein Urteil auf, das Rücktritt und Anfechtung ohne Beweisaufnahme zu den Angaben gegenüber dem Vermittler bestätigt hatte.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Depression

BGH · Urteil vom · IV ZR 269/08

Anerkenntnis bindet: Azubi nach Umschulung nicht verweisbar

Nach einem unbefristeten Anerkenntnis darf der Versicherer nicht auf einen schon damals möglichen Beruf verweisen. Nachteilige Absprachen sind treuwidrig.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Unfallverletzung
  • Auszubildender Maurer

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 3/10

Kein Schadensersatz vom Vermittler: Rücktritt verhinderte die Rente nicht

Wer den Vermittler für einen BU-Rücktritt haftbar machen will, muss zeigen, dass dessen Fehler den Rentenverlust verursacht hat.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Borreliose
  • Bandscheibenvorfall
  • Zimmermann

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 313/09

Bankfilialleiter mit Angst- und Panikstörung erhält BU-Rente

Das LG Bochum sprach einem psychisch erkrankten Bankfilialleiter BU-Rente und Beitragsbefreiung zu, eine Dynamik-Erhöhung der Rente aber nicht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Angststörung
  • Depression
  • Bankkaufmann

OLG Hamm · Urteil vom · I-20 U 64/10

Ladeninhaber nicht berufsunfähig: Umorganisation zumutbar

Ein Ladeninhaber mit Schulterbeschwerden ist nicht berufsunfähig, wenn er schwere Lasten und Überkopfarbeiten durch Umorganisation vermeiden kann.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Selbständige und Umorganisation
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Schulterleiden
  • Arthrose
  • Selbständiger Einzelhändler

OLG Hamm · Urteil vom · I-20 U 11/10

BU-Rente endet mit vereinbartem Ablauf der Zusatzversicherung

Ist im Versicherungsschein ein Ablauf der BU-Zusatzversicherung vereinbart, endet auch eine laufende BU-Rente zu diesem Zeitpunkt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Weitere Rechtsfragen
  • Gutachten und Beweis

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 1/10

Klagefrist nach altem VVG versäumt: BU-Rente verloren

Bei Altverträgen konnte der Versicherer 2008 noch eine Klagefrist setzen. Wurde die Klage zu spät zugestellt, ist er leistungsfrei.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Angststörung

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 174/09

"Kerngesund" trotz Bluthochdruck: Personenschützer verliert BU-Schutz

Ein Personenschützer verschwieg monatelangen Bluthochdruck mit Dienstuntauglichkeit. Die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung war wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Bluthochdruck
  • Polizist

BGH · Urteil vom · IV ZR 8/08

Nachprüfung: Früherer Beruf muss konkret mit neuem verglichen werden

Stellt der Versicherer die BU-Rente wegen eines neuen Berufs ein, muss der frühere Beruf konkret verglichen werden. Der BGH verwies zurück.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Asthma
  • Tischler

OLG Köln · Hinweisbeschluss vom · 20 U 177/09

Geschwärzte Klinikberichte: BU-Leistung wird nicht fällig

Wer Arztberichte geschwärzt einreicht und keine Schweigepflichtentbindung erteilt, verhindert laut OLG Köln die Fälligkeit der BU-Leistung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 501/07

Neuer Arbeitsvertrag reicht nicht: Der zuletzt ausgeübte Beruf zählt

Ein Baumeister verunglückte am ersten Tag einer neuen Stelle. Maßgeblich blieb seine frühere Geschäftsführertätigkeit, deren Bild er nicht belegen konnte.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Unfallverletzung
  • Handverletzung
  • Bauunternehmer

BGH · Urteil vom · IV ZR 119/09

Auszubildende: Maßstab ist der angestrebte Beruf nach der Ausbildung

Wer als Auszubildender versichert ist, wird nach der Ausbildung am angestrebten Beruf gemessen. Der Versicherer kann nicht auf die Ausbildung abstellen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gehirnblutung
  • Bürokaufmann

OLG Köln · Hinweisbeschluss vom · 20 U 133/09

Ohne „Stundenplan“ der Tätigkeit keine Berufsunfähigkeit feststellbar

Wer BU geltend macht, muss seine letzte Tätigkeit konkret wie einen Stundenplan beschreiben. Pauschale Angaben zu Fahrzeiten reichen nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Chronische Schmerzen

LG Paderborn · Urteil vom · 3 O 170/09

BU-Rente läuft bis zum Ende der Hauptversicherung weiter

Nach dem LG Paderborn endet eine bewilligte BU-Rente nicht mit dem Ablauf der BUZ, wenn die Bedingungen die Rente an die Hauptversicherung koppeln.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Weitere Rechtsfragen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Selbständiger

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 103/09

BU-Klage verloren: Zustellung zu spät wegen Kostenvorschuss

Nach altem VVG galt eine Klagefrist von sechs Monaten. Wurde der Kostenvorschuss zu spät gezahlt, war sie trotz Klageeinreichung versäumt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Angststörung

BGH · Urteil vom · IV ZR 140/08

Arglist bei Rückenbeschwerden: Versicherer darf ganzen Vertrag anfechten

Bei arglistig verschwiegenen Vorerkrankungen fällt der ganze BU-Vertrag weg – nicht nur ein Ausschluss für das verschwiegene Leiden.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Rückenleiden
  • Psychische Erkrankung
  • Musiklehrer

BGH · Urteil vom · IV ZR 138/08

Arglist bleibt Arglist: Unwirksame Schweigepflichtentbindung hilft nicht

Der Versicherer darf verschwiegene Vorerkrankungen zur Anfechtung nutzen, auch wenn er sie über eine zu weite Schweigepflichtentbindung erfuhr.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Fibromyalgie
  • Kaufmännische Sachbearbeiterin

LG Köln · Urteil vom · 26 O 219/08

Arglist: Polizist verschwieg Bluthochdruck trotz Hinweis des Vermittlers

Wer einen erkennbar falsch ausgefüllten Antrag unterschreibt, kann sich nicht auf das Wissen des Vermittlers berufen – Rücktritt und Anfechtung wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Herzerkrankung
  • Psychische Erkrankung
  • Polizist

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 165/08

Nach Ausbildungsende zählt der erlernte Beruf bei der Nachprüfung

War die Versicherte bei Eintritt der BU in Ausbildung, zählt bei der Nachprüfung der später ausgeübte Zielberuf. Einstellung unwirksam.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gehirnblutung
  • Bürokaufmann

LG Köln · Urteil vom · 26 O 497/06

Rücktritt wirksam: Verschwiegene Wirbelsäulenbehandlungen kosten BU-Schutz

Wer frühere Behandlungen wegen Halswirbelsäule und Rücken im Antrag verschweigt, verliert den BU-Schutz durch wirksamen Rücktritt des Versicherers.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Rückenleiden
  • Unfallverletzung
  • Geschäftsführer

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 478/04

Werkschutz nach Herzinfarkt: Verweisung auf Bürodienst ist zumutbar

Nach zwei Herzinfarkten darf ein Werkschutzmitarbeiter auf seine Bürotätigkeit verwiesen werden, wenn das Einkommen weniger als 15 % sinkt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Herzerkrankung
  • Werkschutzmitarbeiter

OLG Köln · Beschluss vom · 20 W 11/08

Kein selbständiges Beweisverfahren, wenn das Berufsbild streitig ist

Ein vorgezogenes Gutachten zur BU ist unzulässig, wenn erst Zeugen das Berufsbild klären müssen – so bei einer Drogerie-Verkäuferin.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Allergie
  • Verkäufer

LG Hagen · Urteil vom · 8 O 372/07

Beamtenklausel: Keine Nachprüfung, solange Dienstunfähigkeit fortbesteht

Knüpft die Nachprüfung bei Beamten an die Dienstunfähigkeit an, darf der Versicherer die Rente nicht wegen eines unbeantworteten Fragebogens einstellen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Depression
  • Beamter

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 237/06

Fahrlehrer scheitert an widersprüchlicher Beschreibung seiner Tätigkeit

Ohne nachvollziehbare, widerspruchsfreie Beschreibung des zuletzt ausgeübten Berufs lässt sich BU nicht feststellen. Ein Fahrlehrer scheiterte.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Fahrlehrer

OLG Köln · Hinweisbeschluss vom · 20 U 199/08

Beitragsfreistellung lässt BU-Zusatzversicherung erlöschen

Wer seine Lebensversicherung beitragsfrei stellt, kann damit die BU-Zusatzversicherung verlieren. Ein Anspruch auf Wiederaufleben besteht nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen

LG Köln · Urteil vom · 26 O 254/06

Verschwiegene Facharztbehandlung: Rücktritt von der BUZ wirksam

Auch vermeintlich belanglose Beschwerden und Facharztbesuche müssen bei Gesundheitsfragen angegeben werden. Sonst droht der Rücktritt des Versicherers.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Rückenleiden
  • Chronische Schmerzen
  • Lagerarbeiter

OLG Köln · Beschluss vom · 5 U 177/07

Friseurmeisterin mit einer Stunde Arbeit am Tag: Keine Berufsunfähigkeit

Maßgeblich ist der tatsächlich ausgeübte Beruf zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls – nicht eine erst geplante Vollzeittätigkeit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Fibromyalgie
  • Chronische Schmerzen
  • Friseur

OLG Hamm · Urteil vom · 18 U 179/06

BU durch Dread-Disease-Police ersetzt: Haftung des Vermittlers möglich

Ersetzt ein Vermittler eine BU-Versicherung durch eine schwächere Dread-Disease-Police, kann er als Makler haften. Der Fall geht zurück ans Landgericht.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Weitere Rechtsfragen
  • Verjährung
  • Bandscheibenvorfall
  • Zahnarzt

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 202/06

Dynamik läuft auch während des BU-Rentenbezugs weiter

Ist unklar, ob die vereinbarte Dynamik nach Eintritt der Berufsunfähigkeit endet, gilt die für Versicherte günstigere Auslegung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Weitere Rechtsfragen
  • Steuerberater

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 39/04

Außendienstler mit Rückenleiden: 50-%-Grad nicht bewiesen

Wer den Grad der Berufsunfähigkeit von 50 % nicht beweisen kann, verliert – auch bei Bandscheibenvorfällen und anerkannter Erwerbsunfähigkeitsrente.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Außendienstmitarbeiter

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 180/06

Versicherer musste fingierte BU anerkennen – Leistung bis zur Nachprüfung

Statt befristeter Kulanz hätte der Versicherer nach sechs Monaten anerkennen müssen; die Leistung endet erst nach Nachprüfung.

  • Teilweise erfolgreich
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Unfallverletzung
  • Psychische Erkrankung

LG Köln · Urteil vom · 26 O 511/05

Rücktritt wirksam: früheres Burnout im Antrag verschwiegen

Wer ein früheres Burnout mit langer Krankschreibung und depressive Beschwerden im BU-Antrag verschweigt, verliert den Versicherungsschutz.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Burnout
  • Depression
  • Vermögensberater

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 81/06

Arglist: Monatelange Rückenbehandlung als Befund-Bagatelle verharmlost

Ein Industriemechaniker gab statt langer Rückenbehandlungen nur eine Untersuchung ohne Befund an. Die Arglistanfechtung des BU-Versicherers war wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Industriemechaniker

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 164/06

Falsch bezeichneter Versicherer: Klage auf BU-Rente nicht verloren

Richtet sich die BU-Klage gegen eine falsch bezeichnete Konzerngesellschaft, muss das Gericht das Rubrum berichtigen. Die Klage ist nicht verloren.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Weitere Rechtsfragen
  • Gutachten und Beweis
  • Tinnitus
  • Erschöpfungszustand
  • Beamter

BGH · Urteil vom · IV ZR 46/06

Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung darf Prüfzeitpunkt nicht verschieben

Der BGH stärkt Versicherte: Befristete Kulanzvereinbarungen ohne Aufklärung über ihre Nachteile kann der BU-Versicherer nicht zu seinen Gunsten nutzen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Versicherungsfachwirt

BGH · Urteil vom · IV ZR 232/03

Verlorene Fachkenntnisse begründen keine spätere Berufsunfähigkeit

Wer auf einen Vergleichsberuf verweisbar ist, wird nicht dadurch berufsunfähig, dass ihm später das Fachwissen fehlt. Nur Gesundheit zählt.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Unfallverletzung
  • Depression
  • Straßenbaumeister

BGH · Urteil vom · IV ZR 244/03

Vereinbarung während Umschulung: Versicherer muss auf Nachteile hinweisen

Der BGH: Der Versicherer kann sich nicht auf eine nachteilige Vereinbarung berufen, wenn er nicht deutlich über die Rechte aufgeklärt hat.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Bandscheibenvorfall
  • Fischer

BGH · Beschluss vom · IV ZR 302/05

Rücktritt von der BU-Zusatzversicherung lässt Lebensversicherung bestehen

Wer Rückenleiden verschweigt, riskiert den Rücktritt von der BUZ. Die Lebensversicherung bleibt nach Ablauf ihrer Rücktrittsfrist bestehen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 138/06

Inhaftierten Sohn als Hausmann angegeben: Anfechtung wirksam

Wer beim Antrag den Beruf falsch angibt und eine aktuelle Haft verschweigt, verliert den BU-Schutz durch Anfechtung wegen arglistiger Täuschung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Unfallverletzung

LG Köln · Urteil vom · 23 O 508/02

Nach Schädel-Hirn-Trauma: Nur Teilrente bei BU-Grad unter 50 %

Ein selbständiger Versicherungsmakler erhielt nach einem Unfall nur für ein Jahr eine Drittel-Rente, weil sein BU-Grad laut Gutachten danach sank.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Unfallverletzung
  • Versicherungsvermittler

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 120/05

Rechtsschutz muss auch künftige BU-Rente und Vertragsbestand decken

Die Rechtsschutzversicherung darf die Deckung nicht auf rückständige BU-Renten beschränken; eine Klage auch für die Zukunft ist üblich.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung

OLG Düsseldorf · Hinweisbeschluss vom · I-4 U 170/05

Rechtsschutz: BU-Streit gehört zum privaten Bereich

Ein Streit um BU-Leistungen gehört zum Privatbereich. Der Rechtsschutzversicherer kann die Deckung nicht mit dem Berufsausschluss ablehnen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 171/05

Fleischermeister: Abwicklungsphase ändert den versicherten Beruf nicht

Wer seinen Betrieb nur noch abwickelt, übt keinen neuen Beruf aus. Ein Fleischermeister mit Kniearthrose bekam die BU-Rente.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Arthrose
  • Rückenleiden
  • Fleischermeister

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 128/05

Rücktritt: Gericht muss Einfluss der verschwiegenen Erkrankung prüfen

Das OLG Hamm hob ein Urteil auf: Ob verschwiegene Beschwerden mit der BU-Ursache zusammenhängen, braucht ein medizinisches Gutachten.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Rückenleiden
  • Maschinenreiniger

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 510/04

Rücktritt wirksam: Auch bei Agenten-Zusage Vorerkrankung anzeigen

Sagt ein Agent, beim Folgevertrag seien Gesundheitsfragen unnötig, muss eine schwere Vorerkrankung trotzdem angezeigt werden. Der Rücktritt war wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Sarkoidose
  • Radiologe

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 93/03

Klagefrist nicht in Gang gesetzt: Hinweis auf Ärzteausschuss fehlte

Die alte Sechsmonats-Klagefrist lief nicht, weil der Versicherer im Ablehnungsschreiben nicht klar zum Ärzteausschuss Stellung genommen hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Suchterkrankung

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 196/04

Befristetes Anerkenntnis unwirksam: Versicherer muss weiterzahlen

Eine AVB-Klausel, die beliebige Befristungen des Leistungsanerkenntnisses erlaubt, ist unwirksam. Der Versicherer bleibt an sein Anerkenntnis gebunden.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 126/04

Klagefrist versäumt: Anwalt reichte Klage nach PKH zu spät ein

Nach altem Recht (§ 12 Abs. 3 VVG a.F.) verlor ein Versicherter seine BU-Ansprüche, weil die Klage nach Bewilligung der Prozesskostenhilfe zu spät kam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Bandscheibenvorfall

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 152/04

Arglist: Dachdecker unterschrieb grob falsch ausgefüllten BU-Antrag

Wer erkennt, dass der Vermittler Vorerkrankungen bewusst nicht einträgt, und trotzdem unterschreibt, handelt arglistig – der Vertrag ist nichtig.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Knieverletzung
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 20/04

Rücktritt wirksam: Knie- und Gelenkbeschwerden verschwiegen

Ein Innenputzer verschwieg Gelenkbeschwerden und eine Rheumatologen-Überweisung. Der Rücktritt des BU-Versicherers war wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Knieverletzung
  • Arthrose
  • Innenputzer

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 53/03

Verharmloste Beschwerden vor Demenz-Diagnose: Rücktritt wirksam

Wer ungeklärte neurologische Symptome als harmlos darstellt, verletzt die Anzeigepflicht – auch wenn er Arztbesuche erwähnt. Der Rücktritt hielt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Demenz

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 64/03

Anfechtung wirksam: Einkommen und weitere BU-Rente falsch angegeben

Wer beim Antrag sein Einkommen deutlich zu hoch und eine bestehende BU-Rente viel zu niedrig angibt, verliert den Schutz durch Anfechtung wegen Arglist.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Psychische Erkrankung
  • Selbständiger Sachverständiger

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 186/03

Rücktritt wirksam: Rücken- und Psychobehandlungen verschwiegen

Wer Arztbesuche wegen Rückenbeschwerden und eine Psychotherapie verschweigt, verliert den BU-Schutz, wenn das Leiden die BU mitverursacht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Rückenleiden

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 147/03

Klage zu spät zugestellt: Gerichtskostenvorschuss kostet die BU-Rente

Nach altem Recht verlor seine Ansprüche, wer die Klage nicht rechtzeitig zustellen ließ – Verzögerungen der Rechtsschutzversicherung zählen mit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Handverletzung
  • Fleischer

BGH · Urteil vom · IV ZR 173/02

Befristete Vereinbarung statt Anerkenntnis: Versicherer bleibt gebunden

Eine vom Versicherer angebotene befristete Leistungsvereinbarung kann ihn wie ein Anerkenntnis binden, wenn nur die Verweisung offen war.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 65/02

Vergleich ist kein Anerkenntnis, aber sechs Monate AU begründen BU

Ein Vergleich über einen begrenzten Zeitraum bindet den Versicherer nicht wie ein Anerkenntnis. Sechs Monate Arbeitsunfähigkeit können aber BU auslösen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Knieverletzung
  • Unfallverletzung
  • Raumausstatter

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 186/02

Feuerwehrmann im Ruhestand: Beamtenklausel bindet den Versicherer

Wird ein Feuerwehrbeamter wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit pensioniert, gilt er nach der Beamtenklausel als berufsunfähig – ohne Verweisung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Feuerwehrmann

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 174/02

Gerichtsvollzieher: Dienstunfähigkeit ohne Beamtenklausel reicht nicht

Die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit beweist ohne Beamtenklausel keine BU. Teilzeitfähigkeit kann den Anspruch ausschließen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Burnout
  • Gerichtsvollzieher

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 194/01

Nach gelungener Umorganisation: Jobverlust ist kein BU-Fall

Ein Gärtnermeister hatte seinen Betrieb umorganisiert und wurde später als Geschäftsführer abberufen. Der Verlust des Arbeitsplatzes ist nicht versichert.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Selbständige und Umorganisation
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Gärtnermeister

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 77/00

Befristete Kulanzleistung ist kein bindendes Anerkenntnis

Zahlt der Versicherer befristet aus Kulanz und macht das klar, ist er nicht an ein Anerkenntnis gebunden. Der Versicherte muss BU dann selbst beweisen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Psychische Erkrankung
  • Marketing-Manager

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 200/00

Blind unterschriebener Antrag: Arglistanfechtung wegen Depression wirksam

Wer einen vom Vermittler vorausgefüllten Antrag trotz erkannter Fehler ungeprüft unterschreibt, kann arglistig handeln. Der Vertrag fällt weg.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Multiple Sklerose
  • Geschäftsführer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 231/98

Arglist: Klinikaufenthalt wegen Rückenleiden verschwiegen

Wer einen kurz zurückliegenden Klinikaufenthalt verschweigt, handelt arglistig. Nachlässigkeit des Versicherers bei der Prüfung hilft dann nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Rückenleiden

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 83/00

Befristete Zusage ist Anerkenntnis: Rente muss weiter gezahlt werden

Eine als Entgegenkommen bezeichnete befristete Leistungszusage kann ein bindendes Anerkenntnis sein; nach Fristablauf muss der Versicherer weiterzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

BGH · Urteil vom · IV ZR 203/99

Wiederholte Behandlung mit Psychopharmaka ist offenkundig gefahrerheblich

Der BGH stellte klar: Mehrfache Behandlungen wegen Überforderung mit Psychopharmaka sind für den BU-Versicherer offensichtlich bedeutsam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Burnout
  • Gerichtsvollzieher

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 162/98

Rücktritt unwirksam: Ingenieur mit Neurose erhält BU-Rente

Trotz verschwiegener psychovegetativer Beschwerden scheiterte der Rücktritt des Versicherers; die BU-Rente ist ab Meldung zu zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Ingenieur

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 60/98

Taxiunternehmer: Ohne Verschlechterung bleibt die frühere Ablehnung

Nach versäumter Klagefrist gilt die Ablehnung fort, solange sich der Gesundheitszustand nicht nachweislich verschlechtert hat.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Selbständige und Umorganisation
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Taxiunternehmer

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 27/96

Rückenbeschwerden kurz vor Antrag verschwiegen: Vertrag angefochten

Wer bekannte Rückenbeschwerden kurz vor Antragstellung verschweigt, riskiert Rücktritt und Arglistanfechtung – auch mit Verweis auf den Vertreter.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Geschäftsführer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 351/94

Selbständiger Schreiner mit Schmerzstörung muss nicht Verkäufer werden

Somatoforme Schmerzen können zur Berufsunfähigkeit führen; ein Werkstattleiter darf nicht auf den Verkäuferberuf im Baumarkt verwiesen werden.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Chronische Schmerzen
  • Handverletzung
  • Tischler

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 245/94

Jahrelange Psychotherapie verschwiegen: Arglistanfechtung wirksam

Wer eine mehrjährige Behandlung wegen schwerer Depressionen bei den Gesundheitsfragen verschweigt, riskiert die Anfechtung des BU-Vertrags.

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OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 174/91

Anfechtung und Rücktritt scheitern: Installateur erhält BU-Rente

Anfechtung und Rücktritt des Versicherers hielten nicht stand. Ein selbständiger Installateur mit Somatisierungsstörung bekam seine BU-Rente.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
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  • Psychische Erkrankung
  • Chronische Schmerzen
  • Installateur

Warum die Rechtsprechung im BU-Streit so wichtig ist

Ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen muss, entscheidet sich selten allein an der Diagnose. Meist geht es um Fragen, die Gerichte über Jahrzehnte geklärt haben: Wie genau muss ich meinen Beruf beschreiben? Darf mich der Versicherer auf einen anderen Job verweisen? Wann darf er eine laufende Rente wieder einstellen? Und was gilt, wenn er mir falsche Gesundheitsangaben vorwirft?

Versicherer kennen diese Urteile genau. Mit dieser Datenbank können auch Sie nachsehen, wie Gerichte in vergleichbaren Fällen entschieden haben. Jede Entscheidung ist mit Gericht, Datum und Aktenzeichen angegeben und mit dem Volltext beim Gericht verlinkt.

Wichtig: Gerichtsentscheidungen betreffen immer einen Einzelfall und die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Die Zusammenfassungen sind vereinfacht und ersetzen keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen zur BU-Rechtsprechung

Woher stammen die Urteile in dieser Datenbank?

Alle Entscheidungen stammen aus amtlichen Quellen: der Entscheidungsdatenbank des Bundesgerichtshofs und der Rechtsprechungsdatenbank der Justiz Nordrhein-Westfalen (NRWE). Zu jedem Urteil verlinken wir den Volltext beim Gericht. Leitsätze sind wörtlich übernommen, die Zusammenfassungen haben wir in einfacher Sprache verfasst.

Sind Urteile anderer Versicherter auf meinen Fall übertragbar?

Nur bedingt. Gerichte entscheiden immer über einen konkreten Vertrag, einen konkreten Beruf und konkrete Beschwerden. Urteile des Bundesgerichtshofs zeigen aber, wie Gerichte bestimmte Klauseln und Rechtsfragen grundsätzlich auslegen. Ob ein Urteil zu Ihrem Fall passt, lässt sich nur anhand Ihrer Unterlagen beurteilen. Die Erstprüfung bei uns ist kostenlos.

Welche Rolle spielt der Bundesgerichtshof bei der BU-Versicherung?

Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs ist für das Versicherungsrecht zuständig. Seine Entscheidungen prägen, wie Landgerichte und Oberlandesgerichte BU-Fälle entscheiden, etwa zur Verweisung, zur Nachprüfung oder zum Rücktritt wegen falscher Gesundheitsangaben.

Was bedeutet „zugunsten der Versicherten“?

Wir kennzeichnen, wer im Kern gewonnen hat. „Zugunsten der Versicherten“ heißt, dass das Gericht dem Versicherungsnehmer ganz oder im Wesentlichen recht gegeben hat. Auch Urteile zugunsten des Versicherers sind lehrreich: Sie zeigen, welche Fehler Versicherte vermeiden sollten.

Mein Versicherer hat abgelehnt. Was soll ich jetzt tun?

Unterschreiben Sie nichts und machen Sie keine weiteren Angaben, bevor Sie sich beraten lassen. Ihr Anspruch verjährt in der Regel nach drei Jahren. Laden Sie Ihren Bescheid in unserer kostenlosen Erstprüfung hoch. Wir gleichen Ihren Fall mit der Rechtsprechung ab und sagen Ihnen offen, wie die Aussichten stehen.