BU-Urteile nach Thema

Urteile zum Nachprüfungsverfahren und zur Einstellung der BU-Rente

Hat der Versicherer einmal anerkannt, darf er die Rente nur unter strengen Voraussetzungen wieder einstellen. Die Einstellungsmitteilung muss nachvollziehbar begründet sein. Diese Urteile zeigen, woran Versicherer scheitern.

46 Entscheidungen, davon 15 vom Bundesgerichtshof · 29 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 27/25

Kfz-Mechatroniker auf Disponentenjob beim selben Arbeitgeber verweisbar

Wer nach Wiedereingliederung beim gleichen Arbeitgeber zu gleichem Lohn eine angepasste Tätigkeit ausübt, kann konkret verwiesen werden.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Kfz-Mechatroniker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 7/24

Leistungseinstellung nach Knie-OP wirksam: Gesundheit hatte sich gebessert

Der Versicherer durfte die BU-Rente nach Nachprüfung einstellen. Die Einstellungsmitteilung war nachvollziehbar, das alte Anerkenntnis nicht vorschnell.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 37/23

Depression abgeklungen: Leistungseinstellung im laufenden Prozess wirksam

Ein Versicherer darf eine zeitweise bestehende BU im Prozess beenden, wenn ein Gutachten zeigt, dass die Leistungsfähigkeit wieder über 50 % liegt.

  • Teilweise erfolgreich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 369/22

Rückwirkend befristetes Anerkenntnis gilt als unbefristet

Erkennt der Versicherer die BU an und befristet sie zugleich rückwirkend, ist die Befristung grundsätzlich unwirksam. Die Rente ist weiterzuzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Pflegekraft

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 18/22

Altenpflegerin: zweite Leistungseinstellung nach Knie-OP ist wirksam

Nach einer gescheiterten ersten Einstellung durfte der Versicherer die BU-Rente einer Altenpflegerin nach neuer Begutachtung einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung
  • Chronische Schmerzen
  • Pflegekraft

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 238/22

Verweisung nach Nachprüfung trotz bereits ausgeübtem Umschulungsberuf

Verschweigt der Versicherte beim Anerkenntnis Infos zum neuen Gehalt, kann der Versicherer später auf den schon ausgeübten neuen Beruf verweisen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Unfallverletzung
  • Produktionsmitarbeiter

BGH · Urteil vom · IV ZR 223/21

Rückwirkend befristetes Anerkenntnis unwirksam: Rente bis zur Einstellung

Der BU-Versicherer darf ein Anerkenntnis nicht rückwirkend befristen. Er muss zahlen, bis eine wirksame Einstellungsmitteilung greift.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Synkope (Kreislaufkollaps)
  • Werksleiter

BGH · Urteil vom · IV ZR 101/20

Kein rückwirkend befristetes Anerkenntnis für abgeschlossenen Zeitraum

Der BGH: Ein befristetes Anerkenntnis darf nicht rückwirkend für eine beendete BU-Phase erklärt werden. Leistungen laufen länger weiter.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Bandscheibenvorfall
  • Medizinischer Fachangestellter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 84/189

Leistungseinstellung scheitert: Versicherer bewies keine Besserung

Bei der Nachprüfung muss der Versicherer eine gesundheitliche Besserung voll beweisen. Bleibt sie unklar, muss er weiter BU-Rente zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Gutachten und Beweis
  • Schwindel
  • Angststörung
  • Bankkaufmann

LG Arnsberg · Urteil vom · 1 O 452/20

Bäcker mit Bäckerasthma auf Finanzamtsjob verweisbar

Ein Einkommensminus von rund 21 % und fehlende Aufstiegschancen reichten nicht, um die konkrete Verweisung auf eine Stelle im Finanzamt zu verhindern.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Asthma
  • Bäcker

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 29/20

Dachdecker nach Umschulung zum Kaufmann: Leistungseinstellung wirksam

Übt ein früherer Dachdecker nach Umschulung eine vergleichbare kaufmännische Tätigkeit aus, darf der Versicherer die BU-Rente einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

BGH · Beschluss vom · IV ZR 220/19

Widersprechende Gutachten zur Nachprüfung: Gericht muss weiter aufklären

Hält das Gericht ein Gerichtsgutachten wegen eines Privatgutachtens für unzureichend, muss es ein weiteres Gutachten einholen statt selbst zu entscheiden.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankung
  • Selbständiger Marktleiter

LG Bonn · Urteil vom · 4 O 55/19

Dachdecker nach Umschulung: BU-Rente endet bei gleichem Gehalt

Ein Dachdecker schulte zum Kaufmann um und verdiente danach mehr. Der Versicherer durfte die BU-Rente nach Nachprüfung einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

BGH · Urteil vom · IV ZR 65/19

Ohne Änderungsmitteilung keine Leistungsfreiheit – auch ohne Anerkenntnis

Fällt die Berufsunfähigkeit später weg, muss der Versicherer dies grundsätzlich formgerecht mitteilen, selbst wenn er nie anerkannt hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Geschäftsführer

BGH · Urteil vom · IV ZR 235/18

Befristetes Anerkenntnis ohne Begründung ist nicht wirksam befristet

Der Versicherer darf ein Anerkenntnis nur mit sachlichem Grund befristen und muss die Befristung gegenüber dem Versicherten begründen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Selbständiger IT-Dienstleister

BGH · Urteil vom · IV ZR 19/18

Einkommensvergleich bei Verweisung: Altes Gehalt wird nicht hochgerechnet

Beim Einkommensvergleich zur Verweisung zählt grundsätzlich das tatsächlich erzielte Einkommen vor der BU, ohne Hochrechnung auf heutige Löhne.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Bandscheibenvorfall
  • Dachdecker

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 124/18

Rente läuft weiter, bis der Versicherer die Besserung formgerecht mitteilt

Auch ohne Anerkenntnis muss der Versicherer den Wegfall der BU durch eine ordnungsgemäße Änderungsmitteilung geltend machen – bis dahin zahlt er.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • IT-Systemadministrator

OLG Düsseldorf · Hinweisbeschluss vom · 24 U 4/18

Dachdecker darf auf ausgeübten Beruf als Rettungsassistent verwiesen werden

Verdient der frühere Dachdecker als Rettungsassistent nur gut 5 % weniger, ist die konkrete Verweisung zulässig und die BU-Rente endet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Dachdecker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 33/17

Verweisung scheitert: Maßstab ist der angestrebte Beruf als Rechtspfleger

Wer in der Ausbildung erkrankt, wird am angestrebten Beruf gemessen – hier Rechtspfleger statt technischer Zeichner.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankung
  • Rechtspfleger

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 194/16

Leistungseinstellung unwirksam: Versicherer muss Besserung voll beweisen

Nach einem Anerkenntnis muss der BU-Versicherer die Gesundheitsbesserung voll beweisen – auch bei psychischen Erkrankungen. Die Rente läuft weiter.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Unternehmensberater

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 96/17

Leistungseinstellung unwirksam: Gutachten nur geschwärzt übersandt

Stützt der BU-Versicherer eine Leistungseinstellung auf ein Gutachten, muss er es ungeschwärzt übersenden. Sonst ist die Einstellung unwirksam.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 280/15

Befristete Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung über Nachteile treuwidrig

Bietet der Versicherer eine befristete Kulanzleistung an, ohne die Nachteile zu erklären, kann er sich nicht darauf berufen und muss nachprüfen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Einzelhandelskaufmann

LG Münster · Urteil vom · 115 O 133/16

Konkrete Verweisung: Technischer Zeichner wahrt Lebensstellung

Ein früherer Rechtspflegeranwärter mit Psychose wurde zu Recht auf seine neue Arbeit als Technischer Zeichner verwiesen, weil er dort mehr verdient.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychose
  • Depression
  • Rechtspfleger

BGH · Urteil vom · IV ZR 527/15

Verweisungstätigkeit endet: Versicherer muss wieder zahlen

Endet die Tätigkeit, auf die der Versicherer verwiesen hat, lebt die Leistungspflicht wieder auf, wenn der alte Beruf weiterhin nicht möglich ist.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Arthrose
  • Schulterleiden
  • Arzt

BGH · Urteil vom · IV ZR 434/15

Mehr Freizeit gleicht geringeres Einkommen bei Verweisung nicht aus

Der BGH stellt klar: Bei der Nachprüfung dürfen mehr Freizeit und weniger Belastung eine Einkommenseinbuße nicht aufwiegen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Bandscheibenvorfall
  • Pflegekraft

BGH · Beschluss vom · IV ZR 502/15

Verweisung von Selbständigen auf Angestelltenjob ist möglich

Der Wechsel von selbständiger zu angestellter Tätigkeit schließt eine Verweisung nicht automatisch aus. Neue Fähigkeiten zählen auch schon im Prozess.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Knieverletzung
  • Handelsvertreter

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 187/15

Berufssoldat mit PTBS: Keine Verweisung auf befristeten Hochschuljob

Eine befristete Teilzeitstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter entspricht nicht der Lebensstellung eines Berufssoldaten – die BU-Rente läuft weiter.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Berufssoldat

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 413/14

Ex-Soldat mit PTBS: Verweisung auf befristete Uni-Stelle unwirksam

Nach Umschulung erworbene Fähigkeiten zählen nur, wenn die Bedingungen das vorsehen. Eine befristete Stelle trägt keine Verweisung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Soldat

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 275/11

Straßenbahnfahrer mit psychischer Erkrankung erhält BU-Rente weiter

Befristete Kulanzvereinbarung schiebt den Prüfzeitpunkt nicht hinaus; der Versicherer konnte das Ende der Berufsunfähigkeit nicht beweisen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Rückenleiden
  • Straßenbahnfahrer

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 124/14

Unzulässig befristetes Anerkenntnis gilt als unbefristet

Befristet der Versicherer sein Anerkenntnis ohne Grundlage in den Bedingungen, muss er dauerhaft zahlen. Die Dynamik ruht im Leistungsfall.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Bauleiter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 86/14

BU-Versicherer an Feststellung des Krankentagegeldversicherers gebunden

Hat der Krankentagegeldversicherer im Konzernverbund Berufsunfähigkeit festgestellt, muss der BU-Versicherer laut Servicegarantie nahtlos zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankung
  • Rückenleiden
  • Vermögensberater

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 249/13

Versicherer hätte anerkennen müssen: Fiktives Anerkenntnis sichert Rente

Lehnt der Versicherer trotz eigener Unterlagen zu Unrecht ab, wird das gebotene Anerkenntnis fingiert – er zahlt bis zu einer ordnungsgemäßen Nachprüfung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Burnout
  • Arzthelferin

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 26/11

Nachuntersuchung versäumt: Versicherer ist leistungsfrei

Wer einer Nachuntersuchung fernbleibt und sich nicht um Ersatztermine bemüht, verliert grob fahrlässig seine BU-Rente für diesen Zeitraum.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Schwerhörigkeit
  • Tinnitus

LG Bonn · Urteil vom · 9 O 60/12

Observation durch den BU-Versicherer bei Anfangsverdacht zulässig

Ein BU-Versicherer darf einen Versicherten beruflich observieren und fotografieren, wenn konkrete Anhaltspunkte gegen die Berufsunfähigkeit sprechen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Unfallverletzung
  • Depression
  • Geschäftsführer

BGH · Urteil vom · IV ZR 287/10

Einkommensvergleich bei Verweisung: Arbeitslosengeld I zählt mit

Beim Einkommensvergleich für eine konkrete Verweisung kann saisonales Arbeitslosengeld I mitzählen. Ob brutto oder netto, hängt vom Einzelfall ab.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Unfallverletzung
  • Maler

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 127/10

Ex-Handballprofi nicht auf Job als Wirtschaftsingenieur verweisbar

Die Leistungseinstellung nach Nachprüfung war unwirksam: Die neue Tätigkeit wahrte die frühere Lebensstellung des Berufssportlers nicht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Handverletzung
  • Profisportler

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 64/11

Rechtsschutz muss auch Klage auf künftige BU-Rente decken

Die Rechtsschutzversicherung darf die Deckung nicht auf rückständige BU-Renten beschränken. Auch die Feststellung künftiger Leistungen ist zu versichern.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Angststörung

BGH · Urteil vom · IV ZR 269/08

Anerkenntnis bindet: Azubi nach Umschulung nicht verweisbar

Nach einem unbefristeten Anerkenntnis darf der Versicherer nicht auf einen schon damals möglichen Beruf verweisen. Nachteilige Absprachen sind treuwidrig.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Unfallverletzung
  • Auszubildender Maurer

BGH · Urteil vom · IV ZR 8/08

Nachprüfung: Früherer Beruf muss konkret mit neuem verglichen werden

Stellt der Versicherer die BU-Rente wegen eines neuen Berufs ein, muss der frühere Beruf konkret verglichen werden. Der BGH verwies zurück.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Asthma
  • Tischler

BGH · Urteil vom · IV ZR 119/09

Auszubildende: Maßstab ist der angestrebte Beruf nach der Ausbildung

Wer als Auszubildender versichert ist, wird nach der Ausbildung am angestrebten Beruf gemessen. Der Versicherer kann nicht auf die Ausbildung abstellen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gehirnblutung
  • Bürokaufmann

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 165/08

Nach Ausbildungsende zählt der erlernte Beruf bei der Nachprüfung

War die Versicherte bei Eintritt der BU in Ausbildung, zählt bei der Nachprüfung der später ausgeübte Zielberuf. Einstellung unwirksam.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gehirnblutung
  • Bürokaufmann

LG Hagen · Urteil vom · 8 O 372/07

Beamtenklausel: Keine Nachprüfung, solange Dienstunfähigkeit fortbesteht

Knüpft die Nachprüfung bei Beamten an die Dienstunfähigkeit an, darf der Versicherer die Rente nicht wegen eines unbeantworteten Fragebogens einstellen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Depression
  • Beamter

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 180/06

Versicherer musste fingierte BU anerkennen – Leistung bis zur Nachprüfung

Statt befristeter Kulanz hätte der Versicherer nach sechs Monaten anerkennen müssen; die Leistung endet erst nach Nachprüfung.

  • Teilweise erfolgreich
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Unfallverletzung
  • Psychische Erkrankung

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 196/04

Befristetes Anerkenntnis unwirksam: Versicherer muss weiterzahlen

Eine AVB-Klausel, die beliebige Befristungen des Leistungsanerkenntnisses erlaubt, ist unwirksam. Der Versicherer bleibt an sein Anerkenntnis gebunden.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 83/00

Befristete Zusage ist Anerkenntnis: Rente muss weiter gezahlt werden

Eine als Entgegenkommen bezeichnete befristete Leistungszusage kann ein bindendes Anerkenntnis sein; nach Fristablauf muss der Versicherer weiterzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

Mehr dazu: Befristung und Nachprüfung

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