BU-Urteile nach Thema

Urteile zur BU bei Selbständigen und Umorganisation

Bei Selbständigen prüft der Versicherer, ob sich der Betrieb zumutbar umorganisieren lässt. Diese Entscheidungen zeigen, was Gerichte für zumutbar halten und was nicht.

28 Entscheidungen, davon 6 vom Bundesgerichtshof · 12 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

BGH · Beschluss vom · IV ZR 189/23

BGH: Keine überzogenen Anforderungen an die Tätigkeitsbeschreibung

Gerichte dürfen BU-Klagen nicht allein daran scheitern lassen, dass eine Beispielswoche nicht exakt bewiesen ist. Zeugenangaben zum Berufsbild zählen mit.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankung
  • Kommunikationsdesigner

BGH · Beschluss vom · IV ZR 88/20

Zahntechnikermeister: Büroarbeit sinkt mit der Handarbeit – Vortrag genügt

Der BGH: Gerichte dürfen die Darlegungslast nicht überspannen. Hängen Nebentätigkeiten von der Hauptarbeit ab, reicht dieser Vortrag zur BU aus.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Bandscheibenvorfall
  • Zahntechniker

LG Bielefeld · Urteil vom · 8 O 181/15

Dekorateurin: Mehrere Leiden ergeben zusammen keine 50 % BU

Drei Gutachter sahen bei einer Schauwerbegestalterin je nur geringe Einschränkungen. Auch prägende Tätigkeiten blieben möglich – Klage abgewiesen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Handverletzung
  • Rückenleiden
  • Dekorateur

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 182/17

Korallenzucht neben dem Job war Hobby, kein mitversicherter Beruf

Eine Nebentätigkeit zählt nur zum versicherten Beruf, wenn sie schon der Lebensgrundlage dient. Pläne für einen Berufswechsel sind nicht versichert.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Knieverletzung
  • Unfallverletzung
  • Diplom-Ingenieur

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 75/17

Unternehmerin mit schwerer Depression nach Insolvenz ist berufsunfähig

Eine schwere Depression nach der Insolvenz der eigenen Firma kann zur BU führen – auch wenn der Gutachter des Versicherers widerspricht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Selbständige und Umorganisation
  • Depression
  • Geschäftsführerin

BGH · Urteil vom · IV ZR 11/16

Höheres Gehalt allein rechtfertigt keine Verweisung

Auch bei höherem Einkommen darf der neue Beruf nicht deutlich unter der früheren Qualifikation liegen. Der BGH verwies den Fall eines Hufschmieds zurück.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Rückenleiden
  • Schulterleiden
  • Hufschmied

LG Düsseldorf · Urteil vom · 9 O 30/17

Rechtsschutz für BU-Klage auch bei Selbständigen im Privatbereich gedeckt

Auch für Selbständige ist ein Streit um BU-Leistungen dem privaten Bereich zuzuordnen. Der Rechtsschutzversicherer muss die Klage decken.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Selbständige und Umorganisation
  • Augenerkrankung
  • Selbständiger Drucker

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 218/16

Arglistanfechtung: Arbeitslosigkeit verschwiegen und Einkommen falsch

Wer bei Antragstellung einen Beruf statt der Arbeitslosigkeit angibt und die Einkommensfrage falsch beantwortet, riskiert die Anfechtung wegen Arglist.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Bandscheibenvorfall
  • Selbständiger

BGH · Beschluss vom · IV ZR 502/15

Verweisung von Selbständigen auf Angestelltenjob ist möglich

Der Wechsel von selbständiger zu angestellter Tätigkeit schließt eine Verweisung nicht automatisch aus. Neue Fähigkeiten zählen auch schon im Prozess.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Knieverletzung
  • Handelsvertreter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 170/09

Fehlende Mitwirkung kostet Jahre an BU-Rente: Zahlung erst ab Nachholung

Wer die geforderten Unterlagen und Schweigepflichtentbindungen jahrelang verweigert, bekommt die BU-Rente erst ab dem Monat der Mitwirkung.

  • Teilweise erfolgreich
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Fibromyalgie
  • Chronische Schmerzen
  • Steuerfachangestellter

LG Arnsberg · Urteil vom · 2 O 26/13

Bestatter mit Depression und Zwangsstörung ist berufsunfähig

Ein selbständiger Bestatter, der wegen psychischer Erkrankungen keinen Kontakt zu Kunden und Verstorbenen mehr haben kann, erhält die volle BU-Rente.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Angststörung
  • Bestatter

OLG Hamm · Urteil vom · I-20 U 23/12

Multiple Sklerose: Vage Nachfragen des Versicherers stoppen Klage nicht

Hat der Versicherte alle Fragen beantwortet, darf der Versicherer die Leistung nicht mit vagen Nachforderungen hinauszögern. Die BU-Rente wird fällig.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Multiple Sklerose
  • Selbständiger Handwerker

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 94/11

Gericht darf Anforderungen an die Tätigkeitsbeschreibung nicht überspannen

Für eine BU-Klage reicht eine nachvollziehbare Beschreibung des Arbeitsalltags; bei Kleinbetrieben liegt eine zumutbare Umorganisation eher fern.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Transportunternehmer

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 43/11

Rücktritt unwirksam bei Bagatellerkrankungen, aber keine BU

Belanglose, rasch abgeklungene Beschwerden müssen nicht angegeben werden. Der Vertrag besteht fort, eine Berufsunfähigkeit war aber nicht bewiesen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Selbständiger Einzelhändler

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 168/10

Gericht darf Anforderungen an Tätigkeitsbeschreibung nicht überspannen

Ein Schreinermeister erhält eine neue Chance: Das Landgericht hatte zu hohe Anforderungen an seine Berufsschilderung gestellt.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Psychische Erkrankung
  • Schreinermeister

OLG Hamm · Urteil vom · I-20 U 64/10

Ladeninhaber nicht berufsunfähig: Umorganisation zumutbar

Ein Ladeninhaber mit Schulterbeschwerden ist nicht berufsunfähig, wenn er schwere Lasten und Überkopfarbeiten durch Umorganisation vermeiden kann.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Selbständige und Umorganisation
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Schulterleiden
  • Arthrose
  • Selbständiger Einzelhändler

OLG Köln · Hinweisbeschluss vom · 20 U 133/09

Ohne „Stundenplan“ der Tätigkeit keine Berufsunfähigkeit feststellbar

Wer BU geltend macht, muss seine letzte Tätigkeit konkret wie einen Stundenplan beschreiben. Pauschale Angaben zu Fahrzeiten reichen nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Chronische Schmerzen

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 237/06

Fahrlehrer scheitert an widersprüchlicher Beschreibung seiner Tätigkeit

Ohne nachvollziehbare, widerspruchsfreie Beschreibung des zuletzt ausgeübten Berufs lässt sich BU nicht feststellen. Ein Fahrlehrer scheiterte.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Fahrlehrer

OLG Köln · Beschluss vom · 5 U 177/07

Friseurmeisterin mit einer Stunde Arbeit am Tag: Keine Berufsunfähigkeit

Maßgeblich ist der tatsächlich ausgeübte Beruf zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls – nicht eine erst geplante Vollzeittätigkeit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Fibromyalgie
  • Chronische Schmerzen
  • Friseur

BGH · Urteil vom · IV ZR 232/03

Verlorene Fachkenntnisse begründen keine spätere Berufsunfähigkeit

Wer auf einen Vergleichsberuf verweisbar ist, wird nicht dadurch berufsunfähig, dass ihm später das Fachwissen fehlt. Nur Gesundheit zählt.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Unfallverletzung
  • Depression
  • Straßenbaumeister

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 64/03

Anfechtung wirksam: Einkommen und weitere BU-Rente falsch angegeben

Wer beim Antrag sein Einkommen deutlich zu hoch und eine bestehende BU-Rente viel zu niedrig angibt, verliert den Schutz durch Anfechtung wegen Arglist.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Psychische Erkrankung
  • Selbständiger Sachverständiger

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 65/02

Vergleich ist kein Anerkenntnis, aber sechs Monate AU begründen BU

Ein Vergleich über einen begrenzten Zeitraum bindet den Versicherer nicht wie ein Anerkenntnis. Sechs Monate Arbeitsunfähigkeit können aber BU auslösen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Knieverletzung
  • Unfallverletzung
  • Raumausstatter

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 194/01

Nach gelungener Umorganisation: Jobverlust ist kein BU-Fall

Ein Gärtnermeister hatte seinen Betrieb umorganisiert und wurde später als Geschäftsführer abberufen. Der Verlust des Arbeitsplatzes ist nicht versichert.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Selbständige und Umorganisation
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Gärtnermeister

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 83/00

Befristete Zusage ist Anerkenntnis: Rente muss weiter gezahlt werden

Eine als Entgegenkommen bezeichnete befristete Leistungszusage kann ein bindendes Anerkenntnis sein; nach Fristablauf muss der Versicherer weiterzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 60/98

Taxiunternehmer: Ohne Verschlechterung bleibt die frühere Ablehnung

Nach versäumter Klagefrist gilt die Ablehnung fort, solange sich der Gesundheitszustand nicht nachweislich verschlechtert hat.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Selbständige und Umorganisation
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Taxiunternehmer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 351/94

Selbständiger Schreiner mit Schmerzstörung muss nicht Verkäufer werden

Somatoforme Schmerzen können zur Berufsunfähigkeit führen; ein Werkstattleiter darf nicht auf den Verkäuferberuf im Baumarkt verwiesen werden.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Chronische Schmerzen
  • Handverletzung
  • Tischler

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 245/94

Jahrelange Psychotherapie verschwiegen: Arglistanfechtung wirksam

Wer eine mehrjährige Behandlung wegen schwerer Depressionen bei den Gesundheitsfragen verschweigt, riskiert die Anfechtung des BU-Vertrags.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Transportunternehmer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 174/91

Anfechtung und Rücktritt scheitern: Installateur erhält BU-Rente

Anfechtung und Rücktritt des Versicherers hielten nicht stand. Ein selbständiger Installateur mit Somatisierungsstörung bekam seine BU-Rente.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Chronische Schmerzen
  • Installateur

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