BU-Urteile nach Thema

Urteile zu Leistungsantrag, Mitwirkung und rückwirkender BU-Rente

Wann beginnt die Leistungspflicht, welche Unterlagen muss ich vorlegen und was gilt bei verspäteter Meldung? Diese Urteile klären die Pflichten beider Seiten im Leistungsverfahren.

33 Entscheidungen, davon 7 vom Bundesgerichtshof · 16 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

LG Krefeld · Urteil vom · 2 O 54/23

Hausfrau mit schwerer Depression ist berufsunfähig

Auch die Haushaltsführung kann der versicherte Beruf sein. Eine Hausfrau mit schwerer Depression erhielt BU-Rente und Beitragsbefreiung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Psychische Erkrankung
  • Hausfrau

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 13 U 49/24

Nachversicherung zahlt, wenn die BU erst nach der Erhöhung eintritt

Tritt die bedingungsgemäße BU erst nach Beginn einer Nachversicherung ein, ist auch die erhöhte Rente zu zahlen, trotz früherer Leistungsunfähigkeit.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankung
  • Angststörung
  • Bauingenieur

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 1/22

Verspätete BU-Rente: Versicherer muss Progressionsschaden ersetzen

Zahlt der BU-Versicherer im Verzug mehrere Renten auf einmal nach, muss er die dadurch höhere Einkommensteuer (Progressionsschaden) ersetzen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Arthrose
  • Bautechniker

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 179/24

BU zu spät gemeldet: Rente für die Vergangenheit verloren

Wer länger als sechs Monate krankgeschrieben ist, muss an eine BU denken. Wird die 12-Monats-Frist verpasst, entfallen Leistungen für die Vergangenheit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 371/22

Grundschullehrerin mit Chronischem Fatigue-Syndrom ist berufsunfähig

Eine Lehrerin mit CFS bekam ihre BU-Rente zugesprochen. Der Versicherer durfte ihr Berufsbild nicht pauschal mit Nichtwissen bestreiten.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Lehrer

BGH · Urteil vom · IV ZR 58/22

Dienstunfähigkeitsklausel: Ruhestandsbescheid allein reicht nicht

Bei dieser Dienstunfähigkeitsklausel darf der Versicherer die Dienstunfähigkeit selbst prüfen. Wer die Untersuchung verweigert, bekommt vorerst nichts.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankung
  • Bürgermeister

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 15/21

Versicherer darf Berufsbild aus eigener Leistungsprüfung nicht bestreiten

Altenpflegerin mit Fußleiden erst ab Oktober 2020 berufsunfähig. Selbst geprüftes Berufsbild darf der Versicherer nicht mit Nichtwissen bestreiten.

  • Teilweise erfolgreich
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Hallux valgus
  • Arthrose
  • Pflegekraft

LG Detmold · Urteil vom · 2 O 299/20

Lehrerin mit Chronischem Fatigue-Syndrom ist berufsunfähig

Das Gericht sprach einer an CFS erkrankten Lehrerin nach gerichtlichem Gutachten BU-Rente, Beitragsrückzahlung und Überschussbeteiligung zu.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gutachten und Beweis
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Lehrer

BGH · Urteil vom · IV ZR 223/21

Rückwirkend befristetes Anerkenntnis unwirksam: Rente bis zur Einstellung

Der BU-Versicherer darf ein Anerkenntnis nicht rückwirkend befristen. Er muss zahlen, bis eine wirksame Einstellungsmitteilung greift.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Synkope (Kreislaufkollaps)
  • Werksleiter

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 187/21

Verspätete BU-Meldung: Ankündigung künftiger BU reicht nicht

Wer dem Versicherer nur eine mögliche künftige BU ankündigt, hat die BU nicht mitgeteilt. Leistungen gibt es dann erst ab dem Monat der echten Meldung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 106/21

Zu späte BU-Meldung: Ausschlussfrist in den Bedingungen ist wirksam

Eine Klausel, die Leistungen bei verspäteter Anzeige der BU begrenzt, ist wirksam. Krankheit entschuldigt die Verspätung nur bei konkretem Vortrag.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankung

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 59/19

Sechs Monate Krankschreibung allein begründen noch keine BU

Laut OLG Düsseldorf ersetzt eine sechsmonatige Arbeitsunfähigkeit nicht die genaue Darlegung des Berufs und der gesundheitlichen Einschränkungen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Allergie
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Betriebswirt

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 259/19

Kaufmännische Angestellte mit Panikstörung erhält volle BU-Rente

Das LG Aachen sprach einer psychisch erkrankten Angestellten BU-Rente und Beitragsbefreiung zu, obwohl sie eine Zusatztestung verweigert hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Angststörung
  • Depression
  • Bürokaufmann

BGH · Urteil vom · IV ZR 65/19

Ohne Änderungsmitteilung keine Leistungsfreiheit – auch ohne Anerkenntnis

Fällt die Berufsunfähigkeit später weg, muss der Versicherer dies grundsätzlich formgerecht mitteilen, selbst wenn er nie anerkannt hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Geschäftsführer

LG Köln · Urteil vom · 12 O 20/19

Keine BU-Rente allein aus Leistungs- und Servicegarantie

Wer jahrelang keinen BU-Antrag stellt, kann sich später nicht auf die Feststellung des Krankentagegeldversicherers berufen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Psychische Erkrankung
  • Vermögensberater

OLG Köln · Hinweisbeschluss vom · 20 U 98/18

Zu spät gemeldet: Keine rückwirkende BU-Rente nach langer Krankschreibung

Wer länger als sechs Monate krankgeschrieben ist, muss eine mögliche BU melden. Sonst kann die Rente für zurückliegende Monate entfallen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Augenerkrankung
  • Suchterkrankung
  • Steuerfachangestellter

BGH · Urteil vom · IV ZR 121/15

Pauschale Schweigepflichtentbindung: Arglistanfechtung muss geprüft werden

Der Versicherer darf keine pauschale Schweigepflichtentbindung verlangen. Bei unzulässiger Datenerhebung kann die Anfechtung treuwidrig sein.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankung
  • Knieverletzung
  • Postzusteller

BGH · Urteil vom · IV ZR 289/14

Keine Schweigepflichtentbindung zur Antragsprüfung: Rente nicht fällig

Der Versicherer darf im Leistungsfall prüfen, ob Gesundheitsfragen richtig beantwortet wurden. Wer jede Mitwirkung verweigert, erhält vorerst nichts.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Burnout
  • Bezirksleiter Bausparkasse

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 170/09

Fehlende Mitwirkung kostet Jahre an BU-Rente: Zahlung erst ab Nachholung

Wer die geforderten Unterlagen und Schweigepflichtentbindungen jahrelang verweigert, bekommt die BU-Rente erst ab dem Monat der Mitwirkung.

  • Teilweise erfolgreich
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Fibromyalgie
  • Chronische Schmerzen
  • Steuerfachangestellter

OLG Köln · Beschluss vom · 20 W 44/15

Prozesskostenhilfe für BU-Klage: Berufsbild nicht überfordern

Prozesskostenhilfe für eine BU-Klage darf nicht an überzogenen Anforderungen an die Berufsbeschreibung scheitern. Rücktritt ist keine Ablehnung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Verjährung

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 332/13

Ohne gezielte Schweigepflichtentbindung wird BU-Rente nicht fällig

Der Versicherer darf auch Vorerkrankungen vor Vertragsschluss prüfen. Wer die gezielte Schweigepflichtentbindung verweigert, wartet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 162/14

Keine Tätigkeitsbeschreibung eingereicht: Leistungen für drei Jahre weg

Wer dem Versicherer trotz Aufforderung keine konkrete Beschreibung seines Berufs liefert, riskiert laut OLG Köln Leistungsfreiheit für diesen Zeitraum.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Psychische Erkrankung
  • Mechaniker

OLG Hamm · Urteil vom · 26 U 153/13

Fehlende Arztunterlagen: BU-Leistung wird nicht fällig

Legt der Versicherte angeforderte Patientenunterlagen nicht vor, ist der BU-Anspruch nicht fällig. Zudem hielt das Gericht den Rücktritt für wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Lungenerkrankung
  • Psychische Erkrankung
  • Stanzer

LG Köln · Urteil vom · 26 O 543/13

Fehlende Tätigkeitsbeschreibung kostet Jahre an BU-Rente

Wer trotz Mahnungen keine genaue Tätigkeitsbeschreibung und Arztberichte einreicht, verliert Ansprüche für diese Zeit wegen Mitwirkungspflichtverletzung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Schwindel
  • Elektrolysemechaniker

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 26/11

Nachuntersuchung versäumt: Versicherer ist leistungsfrei

Wer einer Nachuntersuchung fernbleibt und sich nicht um Ersatztermine bemüht, verliert grob fahrlässig seine BU-Rente für diesen Zeitraum.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Schwerhörigkeit
  • Tinnitus

OLG Hamm · Urteil vom · I-20 U 23/12

Multiple Sklerose: Vage Nachfragen des Versicherers stoppen Klage nicht

Hat der Versicherte alle Fragen beantwortet, darf der Versicherer die Leistung nicht mit vagen Nachforderungen hinauszögern. Die BU-Rente wird fällig.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Multiple Sklerose
  • Selbständiger Handwerker

OLG Köln · Hinweisbeschluss vom · 20 U 177/09

Geschwärzte Klinikberichte: BU-Leistung wird nicht fällig

Wer Arztberichte geschwärzt einreicht und keine Schweigepflichtentbindung erteilt, verhindert laut OLG Köln die Fälligkeit der BU-Leistung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung

BGH · Urteil vom · IV ZR 138/08

Arglist bleibt Arglist: Unwirksame Schweigepflichtentbindung hilft nicht

Der Versicherer darf verschwiegene Vorerkrankungen zur Anfechtung nutzen, auch wenn er sie über eine zu weite Schweigepflichtentbindung erfuhr.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Fibromyalgie
  • Kaufmännische Sachbearbeiterin

LG Hagen · Urteil vom · 8 O 372/07

Beamtenklausel: Keine Nachprüfung, solange Dienstunfähigkeit fortbesteht

Knüpft die Nachprüfung bei Beamten an die Dienstunfähigkeit an, darf der Versicherer die Rente nicht wegen eines unbeantworteten Fragebogens einstellen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Depression
  • Beamter

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 93/03

Klagefrist nicht in Gang gesetzt: Hinweis auf Ärzteausschuss fehlte

Die alte Sechsmonats-Klagefrist lief nicht, weil der Versicherer im Ablehnungsschreiben nicht klar zum Ärzteausschuss Stellung genommen hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Suchterkrankung

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 147/03

Klage zu spät zugestellt: Gerichtskostenvorschuss kostet die BU-Rente

Nach altem Recht verlor seine Ansprüche, wer die Klage nicht rechtzeitig zustellen ließ – Verzögerungen der Rechtsschutzversicherung zählen mit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Handverletzung
  • Fleischer

BGH · Urteil vom · IV ZR 173/02

Befristete Vereinbarung statt Anerkenntnis: Versicherer bleibt gebunden

Eine vom Versicherer angebotene befristete Leistungsvereinbarung kann ihn wie ein Anerkenntnis binden, wenn nur die Verweisung offen war.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 162/98

Rücktritt unwirksam: Ingenieur mit Neurose erhält BU-Rente

Trotz verschwiegener psychovegetativer Beschwerden scheiterte der Rücktritt des Versicherers; die BU-Rente ist ab Meldung zu zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Ingenieur

Mehr dazu: Vor dem BU-Antrag

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