BU-Urteile nach Thema

Urteile zu Anerkenntnis, Befristung und Vergleichen in der BU

Befristete Anerkenntnisse, Kulanzangebote und Vereinbarungen mit dem Versicherer sind nicht beliebig zulässig. Die Urteile zeigen, wann solche Regelungen unwirksam sind.

35 Entscheidungen, davon 11 vom Bundesgerichtshof · 22 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 13 U 49/24

Nachversicherung zahlt, wenn die BU erst nach der Erhöhung eintritt

Tritt die bedingungsgemäße BU erst nach Beginn einer Nachversicherung ein, ist auch die erhöhte Rente zu zahlen, trotz früherer Leistungsunfähigkeit.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankung
  • Angststörung
  • Bauingenieur

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 7/24

Leistungseinstellung nach Knie-OP wirksam: Gesundheit hatte sich gebessert

Der Versicherer durfte die BU-Rente nach Nachprüfung einstellen. Die Einstellungsmitteilung war nachvollziehbar, das alte Anerkenntnis nicht vorschnell.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 369/22

Rückwirkend befristetes Anerkenntnis gilt als unbefristet

Erkennt der Versicherer die BU an und befristet sie zugleich rückwirkend, ist die Befristung grundsätzlich unwirksam. Die Rente ist weiterzuzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Pflegekraft

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 18/22

Altenpflegerin: zweite Leistungseinstellung nach Knie-OP ist wirksam

Nach einer gescheiterten ersten Einstellung durfte der Versicherer die BU-Rente einer Altenpflegerin nach neuer Begutachtung einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung
  • Chronische Schmerzen
  • Pflegekraft

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 206/23

Hausarzt ersetzt kein Gutachten; Anerkenntnis bindet nicht zur Höhe

Der Hausarzt kann nicht als Zeuge gegen ein Gerichtsgutachten antreten. Ein Anerkenntnis bindet den Versicherer nur dem Grunde nach, nicht zur Rentenhöhe.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung
  • Chronische Schmerzen

BGH · Urteil vom · IV ZR 223/21

Rückwirkend befristetes Anerkenntnis unwirksam: Rente bis zur Einstellung

Der BU-Versicherer darf ein Anerkenntnis nicht rückwirkend befristen. Er muss zahlen, bis eine wirksame Einstellungsmitteilung greift.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Synkope (Kreislaufkollaps)
  • Werksleiter

BGH · Urteil vom · IV ZR 101/20

Kein rückwirkend befristetes Anerkenntnis für abgeschlossenen Zeitraum

Der BGH: Ein befristetes Anerkenntnis darf nicht rückwirkend für eine beendete BU-Phase erklärt werden. Leistungen laufen länger weiter.

  • Teilweise erfolgreich
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Bandscheibenvorfall
  • Medizinischer Fachangestellter

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 22/21

Akzeptierter Leistungsausschluss für Wirbelsäule gilt rückwirkend

Wer nach einer Anzeigepflichtverletzung einen Leistungsausschluss akzeptiert, verliert BU-Leistungen für Rückenleiden auch rückwirkend.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Rückenleiden
  • Unfallverletzung
  • Metallbauer

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 29/20

Dachdecker nach Umschulung zum Kaufmann: Leistungseinstellung wirksam

Übt ein früherer Dachdecker nach Umschulung eine vergleichbare kaufmännische Tätigkeit aus, darf der Versicherer die BU-Rente einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

LG Bonn · Urteil vom · 4 O 55/19

Dachdecker nach Umschulung: BU-Rente endet bei gleichem Gehalt

Ein Dachdecker schulte zum Kaufmann um und verdiente danach mehr. Der Versicherer durfte die BU-Rente nach Nachprüfung einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

BGH · Urteil vom · IV ZR 235/18

Befristetes Anerkenntnis ohne Begründung ist nicht wirksam befristet

Der Versicherer darf ein Anerkenntnis nur mit sachlichem Grund befristen und muss die Befristung gegenüber dem Versicherten begründen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Selbständiger IT-Dienstleister

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 124/18

Rente läuft weiter, bis der Versicherer die Besserung formgerecht mitteilt

Auch ohne Anerkenntnis muss der Versicherer den Wegfall der BU durch eine ordnungsgemäße Änderungsmitteilung geltend machen – bis dahin zahlt er.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • IT-Systemadministrator

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 178/16

Betriebsschlosser mit Rückenleiden: Verweisung auf Hausmeister scheitert

Kann der Versicherte auch den Verweisungsberuf gesundheitlich nicht ausüben, ist er berufsunfähig. Hier scheiterte die Verweisung auf Hausmeister.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenleiden
  • Betriebsschlosser

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 280/15

Befristete Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung über Nachteile treuwidrig

Bietet der Versicherer eine befristete Kulanzleistung an, ohne die Nachteile zu erklären, kann er sich nicht darauf berufen und muss nachprüfen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Einzelhandelskaufmann

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 262/15

Klage scheitert: Keine Beschreibung des zuletzt ausgeübten Berufs

Wer BU-Rente einklagt, muss seinen letzten Beruf detailliert beschreiben. Ein Anerkenntnis zu einem anderen Vertrag ersetzt das nicht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankung

OLG Hamm · Urteil vom · 6 U 222/15

Konkrete Verweisung: Expedient wahrt Lebensstellung eines Werkstattleiters

Ein stellvertretender Werkstattleiter durfte auf seine neue, gleich bezahlte Stelle als Expedient verwiesen werden – trotz späterem Jobverlust.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Divertikulitis
  • Werkstattleiter

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 275/11

Straßenbahnfahrer mit psychischer Erkrankung erhält BU-Rente weiter

Befristete Kulanzvereinbarung schiebt den Prüfzeitpunkt nicht hinaus; der Versicherer konnte das Ende der Berufsunfähigkeit nicht beweisen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Rückenleiden
  • Straßenbahnfahrer

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 162/14

Keine Tätigkeitsbeschreibung eingereicht: Leistungen für drei Jahre weg

Wer dem Versicherer trotz Aufforderung keine konkrete Beschreibung seines Berufs liefert, riskiert laut OLG Köln Leistungsfreiheit für diesen Zeitraum.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Rückenleiden
  • Psychische Erkrankung
  • Mechaniker

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 124/14

Unzulässig befristetes Anerkenntnis gilt als unbefristet

Befristet der Versicherer sein Anerkenntnis ohne Grundlage in den Bedingungen, muss er dauerhaft zahlen. Die Dynamik ruht im Leistungsfall.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Bauleiter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 86/14

BU-Versicherer an Feststellung des Krankentagegeldversicherers gebunden

Hat der Krankentagegeldversicherer im Konzernverbund Berufsunfähigkeit festgestellt, muss der BU-Versicherer laut Servicegarantie nahtlos zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankung
  • Rückenleiden
  • Vermögensberater

LG Köln · Urteil vom · 20 O 296/12

Rechtsschutz zahlt Anwalt im BU-Streit schon vor förmlicher Ablehnung

Bietet der BU-Versicherer weniger an als beansprucht, liegt schon ein Rechtsschutzfall vor – die Rechtsschutzversicherung trägt die Anwaltskosten.

  • Teilweise erfolgreich
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 249/13

Versicherer hätte anerkennen müssen: Fiktives Anerkenntnis sichert Rente

Lehnt der Versicherer trotz eigener Unterlagen zu Unrecht ab, wird das gebotene Anerkenntnis fingiert – er zahlt bis zu einer ordnungsgemäßen Nachprüfung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Burnout
  • Arzthelferin

BGH · Urteil vom · IV ZR 269/08

Anerkenntnis bindet: Azubi nach Umschulung nicht verweisbar

Nach einem unbefristeten Anerkenntnis darf der Versicherer nicht auf einen schon damals möglichen Beruf verweisen. Nachteilige Absprachen sind treuwidrig.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Unfallverletzung
  • Auszubildender Maurer

BGH · Urteil vom · IV ZR 119/09

Auszubildende: Maßstab ist der angestrebte Beruf nach der Ausbildung

Wer als Auszubildender versichert ist, wird nach der Ausbildung am angestrebten Beruf gemessen. Der Versicherer kann nicht auf die Ausbildung abstellen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gehirnblutung
  • Bürokaufmann

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 180/06

Versicherer musste fingierte BU anerkennen – Leistung bis zur Nachprüfung

Statt befristeter Kulanz hätte der Versicherer nach sechs Monaten anerkennen müssen; die Leistung endet erst nach Nachprüfung.

  • Teilweise erfolgreich
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Unfallverletzung
  • Psychische Erkrankung

BGH · Urteil vom · IV ZR 46/06

Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung darf Prüfzeitpunkt nicht verschieben

Der BGH stärkt Versicherte: Befristete Kulanzvereinbarungen ohne Aufklärung über ihre Nachteile kann der BU-Versicherer nicht zu seinen Gunsten nutzen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Versicherungsfachwirt

BGH · Urteil vom · IV ZR 244/03

Vereinbarung während Umschulung: Versicherer muss auf Nachteile hinweisen

Der BGH: Der Versicherer kann sich nicht auf eine nachteilige Vereinbarung berufen, wenn er nicht deutlich über die Rechte aufgeklärt hat.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Bandscheibenvorfall
  • Fischer

LG Köln · Urteil vom · 23 O 508/02

Nach Schädel-Hirn-Trauma: Nur Teilrente bei BU-Grad unter 50 %

Ein selbständiger Versicherungsmakler erhielt nach einem Unfall nur für ein Jahr eine Drittel-Rente, weil sein BU-Grad laut Gutachten danach sank.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Unfallverletzung
  • Versicherungsvermittler

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 196/04

Befristetes Anerkenntnis unwirksam: Versicherer muss weiterzahlen

Eine AVB-Klausel, die beliebige Befristungen des Leistungsanerkenntnisses erlaubt, ist unwirksam. Der Versicherer bleibt an sein Anerkenntnis gebunden.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung

BGH · Urteil vom · IV ZR 173/02

Befristete Vereinbarung statt Anerkenntnis: Versicherer bleibt gebunden

Eine vom Versicherer angebotene befristete Leistungsvereinbarung kann ihn wie ein Anerkenntnis binden, wenn nur die Verweisung offen war.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 65/02

Vergleich ist kein Anerkenntnis, aber sechs Monate AU begründen BU

Ein Vergleich über einen begrenzten Zeitraum bindet den Versicherer nicht wie ein Anerkenntnis. Sechs Monate Arbeitsunfähigkeit können aber BU auslösen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Knieverletzung
  • Unfallverletzung
  • Raumausstatter

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 77/00

Befristete Kulanzleistung ist kein bindendes Anerkenntnis

Zahlt der Versicherer befristet aus Kulanz und macht das klar, ist er nicht an ein Anerkenntnis gebunden. Der Versicherte muss BU dann selbst beweisen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Chronisches Fatigue-Syndrom
  • Psychische Erkrankung
  • Marketing-Manager

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 83/00

Befristete Zusage ist Anerkenntnis: Rente muss weiter gezahlt werden

Eine als Entgegenkommen bezeichnete befristete Leistungszusage kann ein bindendes Anerkenntnis sein; nach Fristablauf muss der Versicherer weiterzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

Mehr dazu: Befristung und Nachprüfung

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