BU-Urteile nach Erkrankung

Berufsunfähigkeit bei Multiple Sklerose: Urteile

Wie beurteilen Gerichte die Berufsunfähigkeit bei Multiple Sklerose? Hier finden Sie 5 Entscheidungen, in denen Multiple Sklerose eine Rolle spielte, mit Zusammenfassung und Link zum Volltext.

5 Entscheidungen · 1 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

In den Urteilen dieser Gruppe wurde die Multiple Sklerose meist erst Jahre nach Vertragsschluss diagnostiziert. Für die BU-Versicherung ist das heikel. Nach dem Leistungsantrag sieht der Versicherer die Krankenakte ein und sucht nach Vorerkrankungen, die im Antrag fehlten. Dabei geht es keineswegs nur um die MS selbst. Auch Rückenbeschwerden, Sehnenscheidenentzündungen oder eine Psychotherapie können zur Anfechtung führen. Ist der Vertrag dagegen unangreifbar, wird die Krankheit selten bestritten. Dann stehen eher Fragen der Leistungsprüfung und Mitwirkung im Vordergrund.

Die Urteile zeigen deutlich, wo das Risiko liegt. In vier von fünf Fällen verloren die Versicherten wegen falscher Gesundheitsangaben. Ein Fahrzeugdisponent hatte einen früheren Verdacht auf MS verschwiegen. Der Rücktritt war wirksam, obwohl er später tatsächlich berufsunfähig wurde (OLG Hamm). Eine Krankenschwester verlor durch Anfechtung, weil sie Rückenbeschwerden und Psychotherapie nicht angegeben hatte (OLG Köln). Auch das arglistige Verhalten eines Maklers wurde einer Versicherten zugerechnet (OLG Köln). Anders lag der Fall eines Betriebsinhabers mit körperlicher Mitarbeit. Er hatte alle Fragen beantwortet, und der Versicherer durfte die Leistung nicht mit vagen Nachforderungen hinauszögern (OLG Hamm).

Prüfen Sie vor einem Leistungsantrag, was Sie damals im Antrag angegeben haben. Beantworten Sie die Fragen des Versicherers vollständig und bitten Sie bei unklaren Nachfragen um eine konkrete Angabe, was noch fehlt. Eine kostenlose Erstprüfung kann klären, welche Risiken in Ihrem Vertrag stecken.

OLG Hamm · Urteil vom · 26 U 40/14

Rücktritt wirksam: Verdacht auf MS im Antrag verschwiegen

Wer im BU-Antrag alle Gesundheitsfragen verneint, obwohl Vorerkrankungen bestanden, verliert trotz späterer Berufsunfähigkeit den Leistungsanspruch.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Multiple Sklerose
  • Psychische Erkrankung
  • Fahrzeugdisponent

OLG Hamm · Urteil vom · I-20 U 23/12

Multiple Sklerose: Vage Nachfragen des Versicherers stoppen Klage nicht

Hat der Versicherte alle Fragen beantwortet, darf der Versicherer die Leistung nicht mit vagen Nachforderungen hinauszögern. Die BU-Rente wird fällig.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Selbständige und Umorganisation
  • Multiple Sklerose
  • Selbständiger Handwerker

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 1/12

Krankenschwester verschwieg Rücken- und Psychobehandlung: Vertrag nichtig

Wer bei Antragstellung Rückenbeschwerden und Psychotherapie verschweigt, riskiert die Anfechtung wegen Arglist und verliert den BU-Schutz.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Multiple Sklerose
  • Rückenleiden
  • Pflegekraft

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 209/11

Makler verschweigt Vorerkrankung: Arglist wird der Versicherten zugerechnet

Laut OLG Köln muss sich eine Versicherte die Arglist ihres Maklers zurechnen lassen, der bekannte Vorerkrankungen nicht in den Antrag eintrug.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Handverletzung
  • Knieverletzung
  • Bürokaufmann

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 200/00

Blind unterschriebener Antrag: Arglistanfechtung wegen Depression wirksam

Wer einen vom Vermittler vorausgefüllten Antrag trotz erkannter Fehler ungeprüft unterschreibt, kann arglistig handeln. Der Vertrag fällt weg.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Multiple Sklerose
  • Geschäftsführer

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