BU-Urteile nach Erkrankung

Berufsunfähigkeit bei Knieverletzung: Urteile

Wie beurteilen Gerichte die Berufsunfähigkeit bei Knieverletzung? Hier finden Sie 14 Entscheidungen, in denen Knieverletzung eine Rolle spielte, mit Zusammenfassung und Link zum Volltext.

14 Entscheidungen, davon 4 vom Bundesgerichtshof · 3 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

Im Streit um Knieverletzungen geht es meist um Berufe, in denen viel gestanden, gekniet, gestiegen oder getragen wird. Anders als manche andere Leiden kann sich ein Knie nach Operation und Reha deutlich bessern. Deshalb spielt hier neben der ersten Leistungsprüfung auch das Nachprüfungsverfahren eine große Rolle. Versicherer prüfen außerdem, ob frühere Gelenkbeschwerden oder Meniskusbehandlungen im Antrag angegeben wurden. Und sie fragen, ob nach Aufgabe eines körperlichen Berufs eine Verweisung auf eine andere Tätigkeit möglich ist.

In den meisten Urteilen dieser Gruppe setzte sich der Versicherer durch. Ein Verfahren über zwei Instanzen zeigt, dass eine Leistungseinstellung nach Besserung wirksam sein kann, wenn die Mitteilung den früheren und den heutigen Gesundheitszustand nachvollziehbar vergleicht. Eine erste Einstellung war dort noch an formalen Mängeln gescheitert (OLG Hamm). Bei verschwiegenen Gelenkbeschwerden waren Rücktritt und Anfechtung mehrfach wirksam, etwa bei einem Innenputzer mit früherer Meniskusoperation (OLG Hamm). Versicherte gewannen, wenn der Versicherer nach einem Skiunfall eine befristete Vereinbarung angeboten hatte. Der BGH sah ihn daran wie an ein Anerkenntnis gebunden, weil nur die Verweisung offen war. Umgekehrt kann ein Selbständiger nach einer Knieverletzung grundsätzlich auch auf eine Angestelltentätigkeit verwiesen werden (BGH).

Bewahren Sie Befunde vor und nach Operationen sorgfältig auf. Kündigt der Versicherer eine Einstellung an, prüfen Sie, ob die Mitteilung den Vergleich der Gesundheitszustände wirklich nachvollziehbar darlegt. Vereinbarungen über befristete Zahlungen sollten Sie vor der Unterschrift prüfen lassen. Eine kostenlose Erstprüfung ist dafür ein möglicher erster Schritt.

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 7/24

Leistungseinstellung nach Knie-OP wirksam: Gesundheit hatte sich gebessert

Der Versicherer durfte die BU-Rente nach Nachprüfung einstellen. Die Einstellungsmitteilung war nachvollziehbar, das alte Anerkenntnis nicht vorschnell.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 18/22

Altenpflegerin: zweite Leistungseinstellung nach Knie-OP ist wirksam

Nach einer gescheiterten ersten Einstellung durfte der Versicherer die BU-Rente einer Altenpflegerin nach neuer Begutachtung einstellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung
  • Chronische Schmerzen
  • Pflegekraft

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 206/23

Hausarzt ersetzt kein Gutachten; Anerkenntnis bindet nicht zur Höhe

Der Hausarzt kann nicht als Zeuge gegen ein Gerichtsgutachten antreten. Ein Anerkenntnis bindet den Versicherer nur dem Grunde nach, nicht zur Rentenhöhe.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Knieverletzung
  • Chronische Schmerzen

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 182/17

Korallenzucht neben dem Job war Hobby, kein mitversicherter Beruf

Eine Nebentätigkeit zählt nur zum versicherten Beruf, wenn sie schon der Lebensgrundlage dient. Pläne für einen Berufswechsel sind nicht versichert.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Knieverletzung
  • Unfallverletzung
  • Diplom-Ingenieur

LG Siegen · Urteil vom · 1 O 213/16

Rücktritt wirksam: Vorerkrankungen bei Gesundheitsfragen alle verneint

Wer bekannte Erkrankungen nicht angibt und sich auf den Vermittler beruft, muss genau darlegen, was er ihm gesagt hat – sonst ist der Rücktritt wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Essstörung
  • Psychische Erkrankung

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 129/16

Schlaganfall nach Vertragsschluss: Verschwiegene Rückenleiden kosten BU

Wer bekannte Wirbelsäulen- und Kniebeschwerden im Antrag verneint, riskiert die Arglistanfechtung – auch wenn die spätere BU andere Ursachen hat.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Schlaganfall
  • Bandscheibenvorfall

BGH · Urteil vom · IV ZR 121/15

Pauschale Schweigepflichtentbindung: Arglistanfechtung muss geprüft werden

Der Versicherer darf keine pauschale Schweigepflichtentbindung verlangen. Bei unzulässiger Datenerhebung kann die Anfechtung treuwidrig sein.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankung
  • Knieverletzung
  • Postzusteller

BGH · Beschluss vom · IV ZR 502/15

Verweisung von Selbständigen auf Angestelltenjob ist möglich

Der Wechsel von selbständiger zu angestellter Tätigkeit schließt eine Verweisung nicht automatisch aus. Neue Fähigkeiten zählen auch schon im Prozess.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Selbständige und Umorganisation
  • Knieverletzung
  • Handelsvertreter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 209/11

Makler verschweigt Vorerkrankung: Arglist wird der Versicherten zugerechnet

Laut OLG Köln muss sich eine Versicherte die Arglist ihres Maklers zurechnen lassen, der bekannte Vorerkrankungen nicht in den Antrag eintrug.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Handverletzung
  • Knieverletzung
  • Bürokaufmann

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 152/04

Arglist: Dachdecker unterschrieb grob falsch ausgefüllten BU-Antrag

Wer erkennt, dass der Vermittler Vorerkrankungen bewusst nicht einträgt, und trotzdem unterschreibt, handelt arglistig – der Vertrag ist nichtig.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Knieverletzung
  • Rückenleiden
  • Dachdecker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 20/04

Rücktritt wirksam: Knie- und Gelenkbeschwerden verschwiegen

Ein Innenputzer verschwieg Gelenkbeschwerden und eine Rheumatologen-Überweisung. Der Rücktritt des BU-Versicherers war wirksam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Knieverletzung
  • Arthrose
  • Innenputzer

BGH · Urteil vom · IV ZR 173/02

Befristete Vereinbarung statt Anerkenntnis: Versicherer bleibt gebunden

Eine vom Versicherer angebotene befristete Leistungsvereinbarung kann ihn wie ein Anerkenntnis binden, wenn nur die Verweisung offen war.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 65/02

Vergleich ist kein Anerkenntnis, aber sechs Monate AU begründen BU

Ein Vergleich über einen begrenzten Zeitraum bindet den Versicherer nicht wie ein Anerkenntnis. Sechs Monate Arbeitsunfähigkeit können aber BU auslösen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Gutachten und Beweis
  • Knieverletzung
  • Unfallverletzung
  • Raumausstatter

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 83/00

Befristete Zusage ist Anerkenntnis: Rente muss weiter gezahlt werden

Eine als Entgegenkommen bezeichnete befristete Leistungszusage kann ein bindendes Anerkenntnis sein; nach Fristablauf muss der Versicherer weiterzahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Knieverletzung
  • Transportunternehmer

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