BU-Urteile nach Erkrankung

Berufsunfähigkeit bei Depression: Urteile

Wie beurteilen Gerichte die Berufsunfähigkeit bei Depression? Hier finden Sie 60 Entscheidungen, in denen Depression eine Rolle spielte, mit Zusammenfassung und Link zum Volltext.

60 Entscheidungen, davon 9 vom Bundesgerichtshof · 29 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

Bei einer Depression lässt sich die Einschränkung selten mit Laborwerten oder Bildern belegen. Versicherer bestreiten deshalb häufig, dass die Erkrankung die Berufsausübung in dem vereinbarten Grad verhindert, meist 50 %, und stützen ihre Ablehnung auf eigene Gutachten. Entscheidend ist, wie sich Antrieb, Konzentration und Belastbarkeit auf die einzelnen Aufgaben im zuletzt ausgeübten Beruf auswirken. Zwei weitere Streitpunkte kehren oft wieder: frühere Psychotherapien oder Antidepressiva, die bei Antragstellung nicht angegeben wurden, und die Frage, ob der Versicherer die Rente nach einer Besserung wieder einstellen darf.

Die Urteile dieser Sammlung gehen in beide Richtungen. Erfolgreich waren Versicherte, wenn ein gerichtlicher Sachverständiger die Erkrankung und ihre Folgen für den Beruf nachvollziehbar bestätigte, etwa bei einem Versicherungsvermittler mit schwerer Depression. Geholfen hat auch die Klausel, nach der ein sechsmonatiger Zustand als Berufsunfähigkeit gilt (OLG Köln, 20 U 9/14). Verloren haben Versicherte, wenn die Gutachter keine Einschränkung von 50 % feststellen konnten (LG Köln, 26 O 404/20), wenn sie Aggravation annahmen oder wenn verschwiegene Vorbehandlungen zur Anfechtung führten. Will der Versicherer eine anerkannte Rente einstellen, muss er die Besserung voll beweisen, auch bei psychischen Erkrankungen (OLG Hamm, 20 U 194/16).

Sammeln Sie Behandlungsberichte frühzeitig und lassen Sie die Auswirkungen auf Ihre konkreten Aufgaben beschreiben. Unterschreiben Sie befristete Angebote des Versicherers nicht vorschnell. Ob eine Ablehnung oder Einstellung angreifbar ist, klären wir in einer kostenlosen Erstprüfung.

LG Krefeld · Urteil vom · 2 O 54/23

Hausfrau mit schwerer Depression ist berufsunfähig

Auch die Haushaltsführung kann der versicherte Beruf sein. Eine Hausfrau mit schwerer Depression erhielt BU-Rente und Beitragsbefreiung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Psychische Erkrankung
  • Hausfrau

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 1/22

Verspätete BU-Rente: Versicherer muss Progressionsschaden ersetzen

Zahlt der BU-Versicherer im Verzug mehrere Renten auf einmal nach, muss er die dadurch höhere Einkommensteuer (Progressionsschaden) ersetzen.

  • Teilweise erfolgreich
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Arthrose
  • Bautechniker

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 33/21

BU-Rente bis zur konkreten Verweisung auf neuen Verwaltungsjob

Der Versicherer musste trotz Rücktritt und Anfechtung jahrelang BU-Rente zahlen; ab der neuen Tätigkeit im öffentlichen Dienst endete der Anspruch.

  • Teilweise erfolgreich
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Rückenleiden
  • Depression
  • Produktionshelfer

LG Köln · Urteil vom · 26 O 404/20

Depression ja, BU nein: Leistungseinbuße von 50 % nicht bewiesen

Trotz Depression und Therapien scheiterte die BU-Klage: Der Gutachter konnte keine mindestens 50-prozentige Einschränkung im Beruf feststellen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Tinnitus

BGH · Beschluss vom · IV ZR 131/23

BGH: Psychische Beschwerden müssen mitbegutachtet werden

Ein Gericht darf eine BU-Klage nicht nur auf ein orthopädisches Gutachten stützen, wenn der Versicherte auch psychische Beschwerden vorgetragen hat.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Chronische Schmerzen
  • Depression
  • Produktionsarbeiter

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 37/23

Depression abgeklungen: Leistungseinstellung im laufenden Prozess wirksam

Ein Versicherer darf eine zeitweise bestehende BU im Prozess beenden, wenn ein Gutachten zeigt, dass die Leistungsfähigkeit wieder über 50 % liegt.

  • Teilweise erfolgreich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 13 U 53/23

Falschauskunft des Maklers zur BUZ: Ohne Schaden kein Ersatz

Ein Makler gab falsch an, die BU-Zusatzversicherung sei nach Beitragsfreistellung erloschen. Schadensersatz scheiterte, weil kein Schaden dargelegt war.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Weitere Rechtsfragen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Depression
  • Jurist

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 412/21

Wechsel der Dienstunfähigkeitsversicherung: Keine Haftung des Vermittlers

Eine Lehrerin verlor ihren DU-Schutz nach einem Versicherungswechsel wegen verschwiegener Behandlungen. Den Vermittler traf keine Haftung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Rückenleiden
  • Lehrer

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 88/20

Selbständiger Versicherungsvermittler mit Depression zeitweise BU

Ein selbständiger Versicherungsfachmann mit Depression erhielt BU-Rente und Beitragsbefreiung – allerdings nur bis Mai 2022.

  • Teilweise erfolgreich
  • Psychische Erkrankungen
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

LG Düsseldorf · Urteil vom · 9 O 577/20

BU-Ansprüche verjährt: BaFin-Beschwerde hemmt die Verjährung nicht

Nach klarer Leistungsablehnung beginnt die Verjährung. Eine Beschwerde bei der BaFin stoppt sie nicht – die Klage eines Wertpapierhändlers kam zu spät.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Psychische Erkrankungen
  • Burnout
  • Depression
  • Wertpapierhändler

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 67/21

Versicherungsvermittler mit schwerer Depression ist berufsunfähig

Ein Versicherungsvermittler mit schwerer Depression erhält BU-Renten aus vier Verträgen – allerdings erst ab dem Zeitpunkt, ab dem die BU bewiesen ist.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 50/18

Mangelhaftes Gutachten: Depressionsklage scheitert in zweiter Instanz

Das OLG hob eine BU-Verurteilung auf: Das erste psychiatrische Gutachten war methodisch ungenügend, das neue Gutachten ließ Zweifel offen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Außendienstmitarbeiter

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 259/19

Kaufmännische Angestellte mit Panikstörung erhält volle BU-Rente

Das LG Aachen sprach einer psychisch erkrankten Angestellten BU-Rente und Beitragsbefreiung zu, obwohl sie eine Zusatztestung verweigert hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Angststörung
  • Depression
  • Bürokaufmann

BGH · Urteil vom · IV ZR 65/19

Ohne Änderungsmitteilung keine Leistungsfreiheit – auch ohne Anerkenntnis

Fällt die Berufsunfähigkeit später weg, muss der Versicherer dies grundsätzlich formgerecht mitteilen, selbst wenn er nie anerkannt hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Geschäftsführer

BGH · Urteil vom · IV ZR 235/18

Befristetes Anerkenntnis ohne Begründung ist nicht wirksam befristet

Der Versicherer darf ein Anerkenntnis nur mit sachlichem Grund befristen und muss die Befristung gegenüber dem Versicherten begründen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Selbständiger IT-Dienstleister

OLG Hamm · Beschluss vom · 20 U 82/19

Verschwiegener Amphetaminkonsum: Anfechtung der BU wirksam

Wer die Frage nach Drogenkonsum trotz gelegentlicher Amphetamin-Einnahme verneint, verliert den BU-Schutz durch Arglistanfechtung.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Bipolare Störung
  • Depression
  • Maschinenführer

LG Köln · Urteil vom · 12 O 20/19

Keine BU-Rente allein aus Leistungs- und Servicegarantie

Wer jahrelang keinen BU-Antrag stellt, kann sich später nicht auf die Feststellung des Krankentagegeldversicherers berufen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Psychische Erkrankung
  • Vermögensberater

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 132/17

Arglistanfechtung: Urteil aufgehoben, Datenerhebung muss geprüft werden

Urteil zur Arglistanfechtung eines BU-Vertrags aufgehoben. Zu prüfen ist auch, ob der Versicherer die erhobenen Gesundheitsdaten nutzen darf.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Posttraumatische Belastungsstörung

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 124/18

Rente läuft weiter, bis der Versicherer die Besserung formgerecht mitteilt

Auch ohne Anerkenntnis muss der Versicherer den Wegfall der BU durch eine ordnungsgemäße Änderungsmitteilung geltend machen – bis dahin zahlt er.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • IT-Systemadministrator

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 410/17

Gekündigte BU-Versicherung: Keine Rente bei späterer Erkrankung

Eine eindeutig erklärte Kündigung beendet den BU-Vertrag endgültig; Leistungen für eine spätere Berufsunfähigkeit gibt es dann nicht mehr.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Weitere Rechtsfragen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Psychische Erkrankung
  • Depression
  • Unternehmensberater

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 75/17

Unternehmerin mit schwerer Depression nach Insolvenz ist berufsunfähig

Eine schwere Depression nach der Insolvenz der eigenen Firma kann zur BU führen – auch wenn der Gutachter des Versicherers widerspricht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Selbständige und Umorganisation
  • Depression
  • Geschäftsführerin

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 110/16

Migräne in Schüben: Keine BU ohne ununterbrochene Beeinträchtigung

Laut OLG Düsseldorf begründen episodische Migräneanfälle keine BU, wenn die Bedingungen ein ununterbrochenes Außerstandesein verlangen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Migräne
  • Depression
  • Pflegekraft

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 6 U 92/17

Busfahrer muss beweisen, dass BU erst nach Vertragsbeginn eintrat

Wer schon vor Vertragsbeginn berufsunfähig gewesen sein könnte, muss das Gegenteil beweisen. Ein Busfahrer mit PTBS scheiterte daran.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Depression
  • Berufskraftfahrer

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 194/16

Leistungseinstellung unwirksam: Versicherer muss Besserung voll beweisen

Nach einem Anerkenntnis muss der BU-Versicherer die Gesundheitsbesserung voll beweisen – auch bei psychischen Erkrankungen. Die Rente läuft weiter.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Unternehmensberater

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 96/17

Leistungseinstellung unwirksam: Gutachten nur geschwärzt übersandt

Stützt der BU-Versicherer eine Leistungseinstellung auf ein Gutachten, muss er es ungeschwärzt übersenden. Sonst ist die Einstellung unwirksam.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression

BGH · Urteil vom · IV ZR 535/15

BU-Grad: Untrennbare Teiltätigkeiten dürfen nicht isoliert bewertet werden

Kann eine Hauswirtschafterin den schweren Großeinkauf nicht mehr bewältigen, zählt nicht nur dessen Zeitanteil. Der BGH verwies den Fall zurück.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Rückenleiden
  • Chronische Schmerzen
  • Hauswirtschafterin

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 355/14

Busfahrer mit PTBS: BU muss nach Vertragsbeginn eingetreten sein

Der Versicherte war als Busfahrer berufsunfähig, konnte aber nicht beweisen, dass die BU erst nach Versicherungsbeginn eintrat. Klage abgewiesen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Depression
  • Berufskraftfahrer

LG Münster · Urteil vom · 115 O 123/12

Geschäftsführerin mit Depression: Vier BU-Versicherer müssen zahlen

Eine Geschäftsführerin, die wegen Depressionen berufsunfähig wurde, erhält BU-Renten und Beitragsfreiheit aus vier Zusatzversicherungen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Depression
  • Geschäftsführer

BGH · Hinweisbeschluss vom · IV ZR 280/15

Befristete Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung über Nachteile treuwidrig

Bietet der Versicherer eine befristete Kulanzleistung an, ohne die Nachteile zu erklären, kann er sich nicht darauf berufen und muss nachprüfen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Einzelhandelskaufmann

LG Münster · Urteil vom · 115 O 133/16

Konkrete Verweisung: Technischer Zeichner wahrt Lebensstellung

Ein früherer Rechtspflegeranwärter mit Psychose wurde zu Recht auf seine neue Arbeit als Technischer Zeichner verwiesen, weil er dort mehr verdient.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychose
  • Depression
  • Rechtspfleger

LG Duisburg · Urteil vom · 10 O 49/14

Dialyse-Krankenschwester mit schwerer Migräne ist berufsunfähig

Häufige Migräneattacken machten eine Dialyse-Krankenschwester berufsunfähig. Objektive Befunde sind für den Nachweis nicht zwingend erforderlich.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Migräne
  • Depression
  • Pflegekraft

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 210/14

Beamtenklausel: Ruhestandsversetzung belegt BU unwiderleglich

Wird ein Beamter wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit pensioniert, muss der BU-Versicherer nach der Beamtenklausel ohne eigene Prüfung zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Postbeamter

LG Arnsberg · Urteil vom · 2 O 26/13

Bestatter mit Depression und Zwangsstörung ist berufsunfähig

Ein selbständiger Bestatter, der wegen psychischer Erkrankungen keinen Kontakt zu Kunden und Verstorbenen mehr haben kann, erhält die volle BU-Rente.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Angststörung
  • Bestatter

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 9/14

Ausbildungsleiterin mit Depression erhält BU-Rente (fingierte BU)

Wer sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 % berufsunfähig war, gilt nach den Bedingungen als berufsunfähig – auch ohne Dauerprognose.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Burnout
  • Lehrer

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 191/15

Verschwiegenes Antidepressivum: BU-Vertrag wirksam angefochten

Wer die Einnahme eines Antidepressivums und eine Migräne verschweigt, verliert den BU-Schutz – auch wenn später eine ganz andere Erkrankung zur BU führt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Migräne

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 332/13

Ohne gezielte Schweigepflichtentbindung wird BU-Rente nicht fällig

Der Versicherer darf auch Vorerkrankungen vor Vertragsschluss prüfen. Wer die gezielte Schweigepflichtentbindung verweigert, wartet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Versicherungsvermittler

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 124/14

Unzulässig befristetes Anerkenntnis gilt als unbefristet

Befristet der Versicherer sein Anerkenntnis ohne Grundlage in den Bedingungen, muss er dauerhaft zahlen. Die Dynamik ruht im Leistungsfall.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Bauleiter

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 104/13

Kfz-Meister: Landgericht muss Beweis über Berufsunfähigkeit erheben

Das OLG hob ein klageabweisendes Urteil auf: Über Berufsbild und Erkrankungen eines Kfz-Meisters muss Beweis erhoben werden.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gutachten und Beweis
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Chronische Schmerzen
  • Depression
  • Kfz-Meister

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 82/12

Verkäufer scheitert: Gutachten sieht Aggravation statt BU

Das OLG Hamm verneinte die BU eines Verkäufers nach psychiatrischem Gutachten. Testunterlagen des Gutachters musste es nicht herausgeben lassen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Chronische Schmerzen
  • Verkäufer

LG Köln · Urteil vom · 26 O 283/07

Vermögensberater: Psychische BU nicht bewiesen, Klage abgewiesen

Ein selbständiger Vermögensberater konnte Depression und Panikstörung nicht objektiv belegen. Das Gericht verneinte die Berufsunfähigkeit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Vermögensberater

LG Kleve · Urteil vom · 6 O 81/12

Klage scheitert an zu pauschaler Tätigkeitsbeschreibung

Ein Kfz-Meister verlor, weil er weder seinen Arbeitsalltag noch die Folgen seiner Erkrankungen für den Beruf konkret darlegte.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Chronische Schmerzen
  • Depression
  • Kfz-Meister

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 15/11

Rücktritt wirksam, aber BU-Rente wegen fehlender Kausalität geschuldet

Ein Rücktritt nach Eintritt des Versicherungsfalls lässt die Leistungspflicht bestehen, wenn die verschwiegenen Leiden nichts mit der BU zu tun haben.

  • Teilweise erfolgreich
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Buchhalter

LG Bonn · Urteil vom · 9 O 60/12

Observation durch den BU-Versicherer bei Anfangsverdacht zulässig

Ein BU-Versicherer darf einen Versicherten beruflich observieren und fotografieren, wenn konkrete Anhaltspunkte gegen die Berufsunfähigkeit sprechen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Unfallverletzung
  • Depression
  • Geschäftsführer

BGH · Urteil vom · IV ZR 143/10

Klagefrist gewahrt: Prozesskostenhilfe-Beschwerde darf Monatsfrist nutzen

Laut BGH darf eine Versicherte für die Beschwerde gegen abgelehnte Prozesskostenhilfe die volle Monatsfrist nutzen, ohne die Klagefrist zu verlieren.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verjährung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Angststörung
  • Erzieher

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 64/11

Rechtsschutz muss auch Klage auf künftige BU-Rente decken

Die Rechtsschutzversicherung darf die Deckung nicht auf rückständige BU-Renten beschränken. Auch die Feststellung künftiger Leistungen ist zu versichern.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Angststörung

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 144/10

Rücktritt: Angaben gegenüber dem Vermittler müssen geprüft werden

Das OLG Düsseldorf hob ein Urteil auf, das Rücktritt und Anfechtung ohne Beweisaufnahme zu den Angaben gegenüber dem Vermittler bestätigt hatte.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Gutachten und Beweis
  • Depression

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 313/09

Bankfilialleiter mit Angst- und Panikstörung erhält BU-Rente

Das LG Bochum sprach einem psychisch erkrankten Bankfilialleiter BU-Rente und Beitragsbefreiung zu, eine Dynamik-Erhöhung der Rente aber nicht.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Angststörung
  • Depression
  • Bankkaufmann

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 1/10

Klagefrist nach altem VVG versäumt: BU-Rente verloren

Bei Altverträgen konnte der Versicherer 2008 noch eine Klagefrist setzen. Wurde die Klage zu spät zugestellt, ist er leistungsfrei.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Angststörung

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 103/09

BU-Klage verloren: Zustellung zu spät wegen Kostenvorschuss

Nach altem VVG galt eine Klagefrist von sechs Monaten. Wurde der Kostenvorschuss zu spät gezahlt, war sie trotz Klageeinreichung versäumt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Angststörung

LG Hagen · Urteil vom · 8 O 372/07

Beamtenklausel: Keine Nachprüfung, solange Dienstunfähigkeit fortbesteht

Knüpft die Nachprüfung bei Beamten an die Dienstunfähigkeit an, darf der Versicherer die Rente nicht wegen eines unbeantworteten Fragebogens einstellen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Depression
  • Beamter

OLG Köln · Beschluss vom · 5 U 177/07

Friseurmeisterin mit einer Stunde Arbeit am Tag: Keine Berufsunfähigkeit

Maßgeblich ist der tatsächlich ausgeübte Beruf zum Zeitpunkt des Versicherungsfalls – nicht eine erst geplante Vollzeittätigkeit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Fibromyalgie
  • Chronische Schmerzen
  • Friseur

LG Köln · Urteil vom · 26 O 511/05

Rücktritt wirksam: früheres Burnout im Antrag verschwiegen

Wer ein früheres Burnout mit langer Krankschreibung und depressive Beschwerden im BU-Antrag verschweigt, verliert den Versicherungsschutz.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Burnout
  • Depression
  • Vermögensberater

BGH · Urteil vom · IV ZR 46/06

Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung darf Prüfzeitpunkt nicht verschieben

Der BGH stärkt Versicherte: Befristete Kulanzvereinbarungen ohne Aufklärung über ihre Nachteile kann der BU-Versicherer nicht zu seinen Gunsten nutzen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Versicherungsfachwirt

BGH · Urteil vom · IV ZR 232/03

Verlorene Fachkenntnisse begründen keine spätere Berufsunfähigkeit

Wer auf einen Vergleichsberuf verweisbar ist, wird nicht dadurch berufsunfähig, dass ihm später das Fachwissen fehlt. Nur Gesundheit zählt.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Mit Praxistipp
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Unfallverletzung
  • Depression
  • Straßenbaumeister

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 93/03

Klagefrist nicht in Gang gesetzt: Hinweis auf Ärzteausschuss fehlte

Die alte Sechsmonats-Klagefrist lief nicht, weil der Versicherer im Ablehnungsschreiben nicht klar zum Ärzteausschuss Stellung genommen hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Suchterkrankung

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 186/03

Rücktritt wirksam: Rücken- und Psychobehandlungen verschwiegen

Wer Arztbesuche wegen Rückenbeschwerden und eine Psychotherapie verschweigt, verliert den BU-Schutz, wenn das Leiden die BU mitverursacht.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Rückenleiden

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 174/02

Gerichtsvollzieher: Dienstunfähigkeit ohne Beamtenklausel reicht nicht

Die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit beweist ohne Beamtenklausel keine BU. Teilzeitfähigkeit kann den Anspruch ausschließen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Burnout
  • Gerichtsvollzieher

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 200/00

Blind unterschriebener Antrag: Arglistanfechtung wegen Depression wirksam

Wer einen vom Vermittler vorausgefüllten Antrag trotz erkannter Fehler ungeprüft unterschreibt, kann arglistig handeln. Der Vertrag fällt weg.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Multiple Sklerose
  • Geschäftsführer

OLG Köln · Urteil vom · 5 U 245/94

Jahrelange Psychotherapie verschwiegen: Arglistanfechtung wirksam

Wer eine mehrjährige Behandlung wegen schwerer Depressionen bei den Gesundheitsfragen verschweigt, riskiert die Anfechtung des BU-Vertrags.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Transportunternehmer

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