BU-Urteile nach Erkrankung

Berufsunfähigkeit bei Migräne: Urteile

Wie beurteilen Gerichte die Berufsunfähigkeit bei Migräne? Hier finden Sie 3 Entscheidungen, in denen Migräne eine Rolle spielte, mit Zusammenfassung und Link zum Volltext.

3 Entscheidungen · 1 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

Migräne verläuft in Attacken. Zwischen den Anfällen können Betroffene oft normal arbeiten, und genau das wird im BU-Streit zum Problem. Manche Bedingungen verlangen, dass der Versicherte voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außerstande ist, seinen Beruf auszuüben. Versicherer argumentieren dann, einzelne Anfälle reichten dafür nicht aus. Hinzu kommt, dass sich Migräne kaum mit objektiven Befunden belegen lässt.

Wie eng das werden kann, zeigt der Fall einer Dialyse-Krankenschwester mit sechs bis acht Attacken im Monat, die jeweils zwei bis drei Tage dauerten. Das Landgericht hielt sie für berufsunfähig, weil ihre Arbeit hohe Konzentration verlangt und keine ungeplanten Pausen zulässt. Objektive Befunde seien dafür nicht zwingend nötig (LG Duisburg, 10 O 49/14). In der Berufung wies das OLG Düsseldorf die Klage ab, weil die Bedingungen ein ununterbrochenes Außerstandesein verlangten und sie zwischen den Anfällen arbeiten konnte (OLG Düsseldorf, 4 U 110/16). In einem anderen Fall verlor eine Versicherte den Vertrag, weil sie eine diagnostizierte Migräne und die Einnahme eines Antidepressivums im Antrag verschwiegen hatte (OLG Hamm, 20 U 191/15). Die Anfechtung griff, obwohl später eine ganz andere Erkrankung zur Berufsunfähigkeit führte.

Dokumentieren Sie Häufigkeit und Dauer Ihrer Attacken und die Ausfalltage möglichst genau und lassen Sie dies ärztlich bestätigen. Prüfen Sie in Ihren Bedingungen, ob ein ununterbrochenes Außerstandesein verlangt wird. Wie Ihr Fall einzuschätzen ist, klären wir in einer kostenlosen Erstprüfung.

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 110/16

Migräne in Schüben: Keine BU ohne ununterbrochene Beeinträchtigung

Laut OLG Düsseldorf begründen episodische Migräneanfälle keine BU, wenn die Bedingungen ein ununterbrochenes Außerstandesein verlangen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Migräne
  • Depression
  • Pflegekraft

LG Duisburg · Urteil vom · 10 O 49/14

Dialyse-Krankenschwester mit schwerer Migräne ist berufsunfähig

Häufige Migräneattacken machten eine Dialyse-Krankenschwester berufsunfähig. Objektive Befunde sind für den Nachweis nicht zwingend erforderlich.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Gutachten und Beweis
  • Migräne
  • Depression
  • Pflegekraft

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 191/15

Verschwiegenes Antidepressivum: BU-Vertrag wirksam angefochten

Wer die Einnahme eines Antidepressivums und eine Migräne verschweigt, verliert den BU-Schutz – auch wenn später eine ganz andere Erkrankung zur BU führt.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Migräne

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