BU-Urteile nach Erkrankung

Berufsunfähigkeit bei Angststörung: Urteile

Wie beurteilen Gerichte die Berufsunfähigkeit bei Angststörung? Hier finden Sie 15 Entscheidungen, in denen Angststörung eine Rolle spielte, mit Zusammenfassung und Link zum Volltext.

15 Entscheidungen, davon 2 vom Bundesgerichtshof · 9 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

Angst- und Panikstörungen treffen häufig Menschen in Berufen mit viel Kundenkontakt, Verantwortung oder Reisetätigkeit. Weil sich Ängste nicht messen lassen, kommt es auf Testverfahren, den Behandlungsverlauf und eine genaue Schilderung des Arbeitsalltags an. Versicherer lehnen oft gestützt auf ein eigenes nervenärztliches Gutachten ab. Im Prozess entscheidet dann meist der gerichtliche Sachverständige. Sein Gutachten muss nachvollziehbar zeigen, welche Anforderungen des Berufs der Versicherte wegen der Angst nicht mehr bewältigt.

Die Urteile zeigen, dass Versicherte mit Angststörungen gute Chancen haben, wenn die Befunde gerichtlich bestätigt werden. Ein Bankfilialleiter mit Angst- und Panikstörung erhielt Rente und Beitragsbefreiung. Eine kaufmännische Angestellte setzte sich ebenfalls durch, obwohl sie eine zusätzliche neuropsychologische Testung abgelehnt hatte (LG Aachen, 9 O 259/19). Stellt der Versicherer eine anerkannte Rente ein, muss er die Besserung voll beweisen. Das gelang in einem Fall mit Schwindel und Panikattacken nicht (OLG Köln, 20 U 84/189). Verloren haben Versicherte, wenn die gerichtlichen Gutachter die Angststörung nicht bestätigen konnten oder erhebliche Zweifel blieben (LG Köln, 26 O 283/07). Privatgutachten, die sich vor allem auf eigene Angaben stützten, reichten dort nicht aus.

Halten Sie Behandlungen und ihren Verlauf fest. Beschreiben Sie konkrete Situationen, die Sie im Beruf nicht mehr bewältigen, etwa Kundengespräche, Fahrten oder Termine unter Zeitdruck. Ein Gutachten des Versicherers ist nicht das letzte Wort. In unserer kostenlosen Erstprüfung sehen wir uns Ablehnung und Unterlagen sachlich an.

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 13 U 49/24

Nachversicherung zahlt, wenn die BU erst nach der Erhöhung eintritt

Tritt die bedingungsgemäße BU erst nach Beginn einer Nachversicherung ein, ist auch die erhöhte Rente zu zahlen, trotz früherer Leistungsunfähigkeit.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Psychische Erkrankung
  • Angststörung
  • Bauingenieur

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 84/189

Leistungseinstellung scheitert: Versicherer bewies keine Besserung

Bei der Nachprüfung muss der Versicherer eine gesundheitliche Besserung voll beweisen. Bleibt sie unklar, muss er weiter BU-Rente zahlen.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Gutachten und Beweis
  • Schwindel
  • Angststörung
  • Bankkaufmann

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 50/18

Mangelhaftes Gutachten: Depressionsklage scheitert in zweiter Instanz

Das OLG hob eine BU-Verurteilung auf: Das erste psychiatrische Gutachten war methodisch ungenügend, das neue Gutachten ließ Zweifel offen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Außendienstmitarbeiter

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 259/19

Kaufmännische Angestellte mit Panikstörung erhält volle BU-Rente

Das LG Aachen sprach einer psychisch erkrankten Angestellten BU-Rente und Beitragsbefreiung zu, obwohl sie eine Zusatztestung verweigert hatte.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Angststörung
  • Depression
  • Bürokaufmann

OLG Hamm · Urteil vom · 20 U 194/16

Leistungseinstellung unwirksam: Versicherer muss Besserung voll beweisen

Nach einem Anerkenntnis muss der BU-Versicherer die Gesundheitsbesserung voll beweisen – auch bei psychischen Erkrankungen. Die Rente läuft weiter.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Unternehmensberater

LG Arnsberg · Urteil vom · 2 O 26/13

Bestatter mit Depression und Zwangsstörung ist berufsunfähig

Ein selbständiger Bestatter, der wegen psychischer Erkrankungen keinen Kontakt zu Kunden und Verstorbenen mehr haben kann, erhält die volle BU-Rente.

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  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Angststörung
  • Bestatter

LG Köln · Urteil vom · 26 O 283/07

Vermögensberater: Psychische BU nicht bewiesen, Klage abgewiesen

Ein selbständiger Vermögensberater konnte Depression und Panikstörung nicht objektiv belegen. Das Gericht verneinte die Berufsunfähigkeit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Vermögensberater

LG Bonn · Urteil vom · 9 O 60/12

Observation durch den BU-Versicherer bei Anfangsverdacht zulässig

Ein BU-Versicherer darf einen Versicherten beruflich observieren und fotografieren, wenn konkrete Anhaltspunkte gegen die Berufsunfähigkeit sprechen.

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  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Unfallverletzung
  • Depression
  • Geschäftsführer

BGH · Urteil vom · IV ZR 143/10

Klagefrist gewahrt: Prozesskostenhilfe-Beschwerde darf Monatsfrist nutzen

Laut BGH darf eine Versicherte für die Beschwerde gegen abgelehnte Prozesskostenhilfe die volle Monatsfrist nutzen, ohne die Klagefrist zu verlieren.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Mit Praxistipp
  • Verjährung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Angststörung
  • Erzieher

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 64/11

Rechtsschutz muss auch Klage auf künftige BU-Rente decken

Die Rechtsschutzversicherung darf die Deckung nicht auf rückständige BU-Renten beschränken. Auch die Feststellung künftiger Leistungen ist zu versichern.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Rechtsschutz im BU-Streit
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Depression
  • Angststörung

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 313/09

Bankfilialleiter mit Angst- und Panikstörung erhält BU-Rente

Das LG Bochum sprach einem psychisch erkrankten Bankfilialleiter BU-Rente und Beitragsbefreiung zu, eine Dynamik-Erhöhung der Rente aber nicht.

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  • Psychische Erkrankungen
  • Beiträge, Dynamik und Zinsen
  • Angststörung
  • Depression
  • Bankkaufmann

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 1/10

Klagefrist nach altem VVG versäumt: BU-Rente verloren

Bei Altverträgen konnte der Versicherer 2008 noch eine Klagefrist setzen. Wurde die Klage zu spät zugestellt, ist er leistungsfrei.

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  • Verjährung
  • Weitere Rechtsfragen
  • Depression
  • Angststörung

LG Aachen · Urteil vom · 9 O 103/09

BU-Klage verloren: Zustellung zu spät wegen Kostenvorschuss

Nach altem VVG galt eine Klagefrist von sechs Monaten. Wurde der Kostenvorschuss zu spät gezahlt, war sie trotz Klageeinreichung versäumt.

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  • Verjährung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Depression
  • Angststörung

BGH · Urteil vom · IV ZR 46/06

Kulanzvereinbarung ohne Aufklärung darf Prüfzeitpunkt nicht verschieben

Der BGH stärkt Versicherte: Befristete Kulanzvereinbarungen ohne Aufklärung über ihre Nachteile kann der BU-Versicherer nicht zu seinen Gunsten nutzen.

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  • Angststörung
  • Versicherungsfachwirt

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