BU-Urteile nach Erkrankung

Berufsunfähigkeit bei Burnout: Urteile

Wie beurteilen Gerichte die Berufsunfähigkeit bei Burnout? Hier finden Sie 8 Entscheidungen, in denen Burnout eine Rolle spielte, mit Zusammenfassung und Link zum Volltext.

8 Entscheidungen, davon 2 vom Bundesgerichtshof · 2 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

Wer wegen Burnout Leistungen beantragt, muss mit einer genauen Prüfung rechnen. Der Begriff beschreibt eine Erschöpfung, sagt aber für sich wenig über die Leistungsfähigkeit im Beruf. Gerichte und Gutachter fragen deshalb nach konkreten Befunden, etwa einer depressiven Episode, und nach deren Folgen im Arbeitsalltag. Versicherer stützen sich häufig auf eigene Gutachten, die nur eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit oder sogar Simulation annehmen. Zudem prüfen sie, ob frühere Erschöpfungsphasen oder Behandlungen im Antrag fehlten.

In dieser Gruppe gewannen überwiegend die Versicherer, oft aus Gründen außerhalb der Medizin. Ein früheres Burnout mit langer Krankschreibung, das im Antrag fehlte, kostete eine Vermögensberaterin den Vertrag (LG Köln). Ein Wertpapierhändler klagte erst Jahre nach der Ablehnung. Seine Ansprüche waren verjährt, und eine Beschwerde bei der BaFin hatte daran nichts geändert (LG Düsseldorf). Wer jede Schweigepflichtentbindung verweigert, erhält vorerst keine Leistung (BGH). Erfolgreich waren zwei Versicherte, deren Erkrankung gut belegt war. Das OLG Köln sprach einer Ausbildungsleiterin mit Erschöpfungssyndrom und Depression die Rente zu. Sie war sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 % berufsunfähig, und ihre Bedingungen ließen das genügen.

Lassen Sie Ihre Beschwerden und Therapien lückenlos dokumentieren. Lesen Sie in Ihren Bedingungen nach, ob ein sechsmonatiger Zustand bereits als Berufsunfähigkeit gilt. Nach einer Ablehnung sollten Sie die Verjährung im Blick behalten. Eine kostenlose Erstprüfung kann helfen, die nächsten Schritte rechtzeitig festzulegen.

LG Düsseldorf · Urteil vom · 9 O 577/20

BU-Ansprüche verjährt: BaFin-Beschwerde hemmt die Verjährung nicht

Nach klarer Leistungsablehnung beginnt die Verjährung. Eine Beschwerde bei der BaFin stoppt sie nicht – die Klage eines Wertpapierhändlers kam zu spät.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Verjährung
  • Psychische Erkrankungen
  • Burnout
  • Depression
  • Wertpapierhändler

BGH · Urteil vom · IV ZR 289/14

Keine Schweigepflichtentbindung zur Antragsprüfung: Rente nicht fällig

Der Versicherer darf im Leistungsfall prüfen, ob Gesundheitsfragen richtig beantwortet wurden. Wer jede Mitwirkung verweigert, erhält vorerst nichts.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Leistungsantrag und Mitwirkung
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Burnout
  • Bezirksleiter Bausparkasse

OLG Köln · Urteil vom · 20 U 9/14

Ausbildungsleiterin mit Depression erhält BU-Rente (fingierte BU)

Wer sechs Monate ununterbrochen zu mindestens 50 % berufsunfähig war, gilt nach den Bedingungen als berufsunfähig – auch ohne Dauerprognose.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Psychische Erkrankungen
  • Gutachten und Beweis
  • Depression
  • Burnout
  • Lehrer

LG Köln · Urteil vom · 26 O 283/07

Vermögensberater: Psychische BU nicht bewiesen, Klage abgewiesen

Ein selbständiger Vermögensberater konnte Depression und Panikstörung nicht objektiv belegen. Das Gericht verneinte die Berufsunfähigkeit.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Angststörung
  • Vermögensberater

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 249/13

Versicherer hätte anerkennen müssen: Fiktives Anerkenntnis sichert Rente

Lehnt der Versicherer trotz eigener Unterlagen zu Unrecht ab, wird das gebotene Anerkenntnis fingiert – er zahlt bis zu einer ordnungsgemäßen Nachprüfung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Anerkenntnis, Befristung und Vergleich
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Burnout
  • Arzthelferin

LG Köln · Urteil vom · 26 O 511/05

Rücktritt wirksam: früheres Burnout im Antrag verschwiegen

Wer ein früheres Burnout mit langer Krankschreibung und depressive Beschwerden im BU-Antrag verschweigt, verliert den Versicherungsschutz.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Burnout
  • Depression
  • Vermögensberater

OLG Düsseldorf · Urteil vom · I-4 U 174/02

Gerichtsvollzieher: Dienstunfähigkeit ohne Beamtenklausel reicht nicht

Die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit beweist ohne Beamtenklausel keine BU. Teilzeitfähigkeit kann den Anspruch ausschließen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Berufsunfähigkeit und letzter Beruf
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Burnout
  • Gerichtsvollzieher

BGH · Urteil vom · IV ZR 203/99

Wiederholte Behandlung mit Psychopharmaka ist offenkundig gefahrerheblich

Der BGH stellte klar: Mehrfache Behandlungen wegen Überforderung mit Psychopharmaka sind für den BU-Versicherer offensichtlich bedeutsam.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Mit Praxistipp
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychische Erkrankung
  • Burnout
  • Gerichtsvollzieher

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