BU-Urteile nach Erkrankung

Berufsunfähigkeit bei Posttraumatische Belastungsstörung: Urteile

Wie beurteilen Gerichte die Berufsunfähigkeit bei Posttraumatische Belastungsstörung? Hier finden Sie 6 Entscheidungen, in denen Posttraumatische Belastungsstörung eine Rolle spielte, mit Zusammenfassung und Link zum Volltext.

6 Entscheidungen · 2 ganz oder teilweise zugunsten der Versicherten

Eine posttraumatische Belastungsstörung geht auf belastende Erlebnisse zurück, die oft lange vor dem Leistungsantrag liegen. Das prägt den Streit mit dem Versicherer. Er prüft, ob die Berufsunfähigkeit schon vor Vertragsbeginn bestand und ob frühere psychische Behandlungen im Antrag fehlten. Nach der Rechtsprechung muss der Versicherte beweisen, dass die Berufsunfähigkeit erst während der Vertragslaufzeit eingetreten ist. Läuft die Rente bereits, geht es später oft um die Frage, ob eine neue Tätigkeit die Einstellung rechtfertigt.

Die Urteile zeigen beide Seiten. Ein Busfahrer war laut Gutachten wegen PTBS berufsunfähig und verlor trotzdem. Schon vor Vertragsbeginn hatte er Unfälle verursacht und typische Symptome gezeigt, sodass er den späteren Eintritt nicht beweisen konnte (LG Dortmund). Eine kurz vor Antragstellung verschwiegene psychiatrische Behandlung führte in einem anderen Fall zur wirksamen Anfechtung (LG Bielefeld). Das OLG Düsseldorf hob dagegen ein Urteil auf, weil auch die Rechtmäßigkeit der Datenerhebung durch den Versicherer zu prüfen war. Erfolgreich war ein früherer Berufssoldat. Seine befristete Teilzeitstelle an einer Hochschule entsprach nicht seiner früheren Lebensstellung, die Rente lief weiter (OLG Hamm).

Klären Sie bei einer PTBS früh, wann die Symptome begannen und wie sie sich auf Ihren Beruf ausgewirkt haben, und lassen Sie dies ärztlich belegen. Prüfen Sie Ihre Antragsangaben zu früheren Behandlungen. Vor einer neuen Tätigkeit lohnt ein Blick in die Verweisungsregeln Ihrer Bedingungen. Eine kostenlose Erstprüfung kann dabei helfen.

LG Bielefeld · Urteil vom · 18 O 18/19

Verschwiegene Psychotherapie: Arglistanfechtung durch Versicherer wirksam

Wer kurz vor Antragstellung psychiatrisch behandelt wird und dies verschweigt, riskiert die Anfechtung. Auch Fehler des Maklers werden zugerechnet.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Psychische Erkrankung
  • Schneider

OLG Düsseldorf · Urteil vom · 4 U 132/17

Arglistanfechtung: Urteil aufgehoben, Datenerhebung muss geprüft werden

Urteil zur Arglistanfechtung eines BU-Vertrags aufgehoben. Zu prüfen ist auch, ob der Versicherer die erhobenen Gesundheitsdaten nutzen darf.

  • Zurückverwiesen / offen
  • Gesundheitsfragen, Rücktritt und Anfechtung
  • Psychische Erkrankungen
  • Depression
  • Posttraumatische Belastungsstörung

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 6 U 92/17

Busfahrer muss beweisen, dass BU erst nach Vertragsbeginn eintrat

Wer schon vor Vertragsbeginn berufsunfähig gewesen sein könnte, muss das Gegenteil beweisen. Ein Busfahrer mit PTBS scheiterte daran.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Depression
  • Berufskraftfahrer

LG Dortmund · Urteil vom · 2 O 355/14

Busfahrer mit PTBS: BU muss nach Vertragsbeginn eingetreten sein

Der Versicherte war als Busfahrer berufsunfähig, konnte aber nicht beweisen, dass die BU erst nach Versicherungsbeginn eintrat. Klage abgewiesen.

  • Zugunsten des Versicherers
  • Gutachten und Beweis
  • Psychische Erkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Depression
  • Berufskraftfahrer

OLG Hamm · Hinweisbeschluss vom · 20 U 187/15

Berufssoldat mit PTBS: Keine Verweisung auf befristeten Hochschuljob

Eine befristete Teilzeitstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter entspricht nicht der Lebensstellung eines Berufssoldaten – die BU-Rente läuft weiter.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Berufssoldat

LG Bochum · Urteil vom · 4 O 413/14

Ex-Soldat mit PTBS: Verweisung auf befristete Uni-Stelle unwirksam

Nach Umschulung erworbene Fähigkeiten zählen nur, wenn die Bedingungen das vorsehen. Eine befristete Stelle trägt keine Verweisung.

  • Zugunsten der Versicherten
  • Nachprüfung und Leistungseinstellung
  • Verweisung auf einen anderen Beruf
  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Soldat

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